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«Alle auf Luzern»Basler Ultras wollen Bundesfeier mit Alain Berset crashen

Wegen der Bundesfeier am 31. Juli musste die Superleague-Partie zwischen Luzern und Basel verschoben werden. Jetzt ruft die Muttenzerkurve dazu auf, die Bundesfeier zu besuchen.

von
Lukas Hausendorf
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Die Muttenzerkurve will kommenden Sonntag nach Luzern reisen, auch wenn dort am 31. Juli kein Fussball gespielt wird.

Die Muttenzerkurve will kommenden Sonntag nach Luzern reisen, auch wenn dort am 31. Juli kein Fussball gespielt wird.

Marc Schumacher/freshfocus
Die Kurve ruft in einer am Montag publizierten Schreiben dazu auf, die Bundesfeier zu besuchen. Sie verstehen den Besuch als politischen Protest gegen den restriktiven Umgang mit Fankurven. Jüngst hatte der Bundesrat sich dafür ausgesprochen, personalisierte Tickets in den Gästesektoren und andere Corona-Massnahmen flächendeckend beizubehalten.

Die Kurve ruft in einer am Montag publizierten Schreiben dazu auf, die Bundesfeier zu besuchen. Sie verstehen den Besuch als politischen Protest gegen den restriktiven Umgang mit Fankurven. Jüngst hatte der Bundesrat sich dafür ausgesprochen, personalisierte Tickets in den Gästesektoren und andere Corona-Massnahmen flächendeckend beizubehalten.

Muttenzerkurve
 «Wir wollen ein Zeichen setzen: Trotz verschobenem Spiel reisen wir auf Luzern und stattdessen halt an die Bundesfeier», heisst es in ihrem Statement.

«Wir wollen ein Zeichen setzen: Trotz verschobenem Spiel reisen wir auf Luzern und stattdessen halt an die Bundesfeier», heisst es in ihrem Statement.

freshfocus

Darum gehts

  • Am 31. Juli hätte der FC Luzern den FC Basel empfangen. Wegen der gleichentags stattfindenden Bundesfeier wurde das Spiel aber verschoben.

  • Die Muttenzerkurve ruft nun trotzdem dazu auf, am 31. Juli nach Luzern zu fahren und stattdessen nun die dortige Bundesfeier besuchen.

  • Als Festredner ist Alain Berset geladen. Der Bundesrat hat sich erst kürzlich für eine härtere Gangart mit Fussballfans ausgesprochen.

Eine Hochrisiko-Partie und eine Bundesfeier mit Bundesratsbesuch am gleichen Tag in der gleichen Stadt, das wollten die Luzerner Behörden nicht. Dem Fussballspiel zwischen Basel und Luzern, das kommenden Sonntag hätte stattfinden sollen, wurde die Bewilligung aus Sicherheitsgründen nicht erteilt. Angeblich, weil sich Basler Fans vor dem Spiel jeweils in der Stadt aufhalten würden, was zu einer Kollision mit den Bundesfeierlichkeiten auf dem Europaplatz führen würde. Die Muttenzerkurve nannte die Begründung in einer am Montag publizierten Stellungnahme «in vielerlei Hinsicht absurd».

Die Muttenzerkurve ruft nun dazu auf, die Bundesfeier in Luzern zu besuchen. «Wir wollen ein Zeichen setzen: Trotz verschobenem Spiel reisen wir auf Luzern und stattdessen halt an die Bundesfeier», heisst es in ihrem Statement. Dort wollen die Basler Fans Bundesrat Alain Berset ihre Haltung zu personalisierten Tickets und weiteren Restriktionen bei Gästefans, die im Zuge der Covid-19-Massnahmen eingeführt wurden, Kund tun. Anreisen solle man in zivil oder in einem Trikot der Schweizer Nati, heisst es im Aufruf weiter.

Der Bundesrat hat erst kürzlich in einem Bericht zum Thema Hooliganismus für die flächendeckende Weiterführung der Massnahmen in Fussballstadien ausgesprochen, die während der Corona-Pandemie eingeführt wurden und damit sämtliche Schweizer Fankurven gegen sich aufgebracht.

OK freut sich über Basler Gäste

Die Organisatoren der Luzerner Bundesfeier wissen von dem Aufruf und bleiben demonstrativ gelassen. «Wir freuen uns ausdrücklich über Basler Gäste», sagt OK-Chefin Diel Schmid Meyer vom Verein «31/07 Bundesfeier». Die Bundesfeier sei ein Fest für alle. Es solle aber nicht für politischen Protest missbraucht werden. Sie betont aber auch, dass die Bundesfeier nicht für die Verschiebung des Fussballspiels verantwortlich sei. Diesen Entscheid habe die Polizei getroffen. Mit dieser sei man «selbstverständlich» in Kontakt, auch wegen des Aufrufs der Muttenzerkurve, so Schmid Meyer. 

Die Luzerner Polizei lässt sich derweil nicht in die Karten blicken. Sie bestätigte auf Anfrage lediglich, dass sie Kenntnis vom Aufruf hat und mit den Organisatoren in Kontakt stehe. Man werde sich entsprechend vorbereiten, teilt ihr Sprecher Christian Bertschi mit. «So lange die Feier friedlich verläuft und sich die Besucher anständig verhalten, haben wir von der Polizei keinen Anlass, einzuschreiten», sagt er.

Nachholtermin für Spiel steht noch nicht

Einen Nachholtermin für die Partie zwischen dem FC Basel und dem FC Luzern gibt es noch nicht. Die Liga wartet damit noch, bis klar ist, ob sich der FC Basel für die Gruppenphase der UEFA Conference League qualifiziert hat. Ein Tausch der Partie, also die Austragung des Spiels in Basel, stand übrigens nicht zur Debatte. Der FC Basel hatte den 31. Juli wegen der Bundesfeierlichkeiten in Basel wie jedes Jahr als Sperrdatum bei der Liga eingegeben.

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