Aktualisiert 20.11.2011 20:00

BaselBasler Wirte umgehen hohe Preise

Basler Wirte können nicht vom tiefen Eurokurs profitieren – und lancieren deshalb ein eigenes Import-Modell. Dieses soll Signalwirkung haben.

von
Anna Luethi
In Guido Schmidts Grand Café Huguenin wird bald Coca-Cola aus dem Parallel-Import serviert. Foto: lua

In Guido Schmidts Grand Café Huguenin wird bald Coca-Cola aus dem Parallel-Import serviert. Foto: lua

Ein Mehrwegfläschchen Coca-Cola kostet einen Schweizer Wirt 122 Prozent mehr als seinen deutschen Kollegen. Dem Wirteverband Basel-Stadt stösst dies sauer auf: Künftig importiert er die drei Coca-Cola- und zwei Schweppes-Sorten selbst direkt aus Deutschland, weitere sollen folgen. Ab Mittwoch können Gastronomen die Getränke deshalb rund 30 Prozent billiger beziehen. «Wir tun das aus Verzweiflung», sagt Wirte­verbands-Sprecher Maurus Ebneter. In Basel sei man mit dem Ausland in unmittelbarer Konkurrenz. Mit dem Parallel-Import zielt der Verband auf die Monopol-Konzerne Carlsberg, Heineken und Coca-Cola: «Die Preise müssen klar runter», so Ebneter.

Bereits 22 Beizen haben ihr Interesse an den Wirte­verbands-Getränken bekundet, 300 Betriebe sollen langfristig als Kunden gewonnen werden. Darunter auch Guido Schmidt vom Grand Café ­Huguenin. Er will möglichst rasch auf die parallel importierten Getränke umsteigen: «Es ist der Punkt erreicht, wo sich die Hochpreisinsel Schweiz nicht mehr halten lässt», sagt er.

Coca-Cola begründet die Preise gegenüber dem «Sonntag» damit, dass die Produkte hierzulande produziert würden – zu höheren Kosten. «Über 100 Prozent kann das aber unmöglich ausmachen», sagt dazu Schmidt.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.