Casual Dating: Baslerinnen suchen am aktivsten Affären
Aktualisiert

Casual DatingBaslerinnen suchen am aktivsten Affären

In keiner anderen Stadt suchen so viele Frauen so aktiv nach Seitensprung-Partnern wie in Basel. Auch das Geschäft mit Mietzimmern boomt.

von
Valeria Happel
Die Baslerinnen sind in puncto Casual Dating am aktivsten. Dies zeigt eine Studie des Dating-Portals Secret.

Die Baslerinnen sind in puncto Casual Dating am aktivsten. Dies zeigt eine Studie des Dating-Portals Secret.

Casual Dating ist offenbar ein aktueller Trend. Besonders die Baslerinnen scheinen dabei auf ihre Kosten zu kommen. Diese sind laut einer Studie des Dating-Portals Secret sogar schweizweit die aktivsten, wenn es um die Erfüllung ihrer erotischen Bedürfnisse geht. Sie rufen die meisten Männerprofile im Monat auf.

3500 User aus Basel sind aktuell bei Secret registriert. 650 von ihnen sind sogar mehrmals im Monat aktiv. Sie sind auf der Suche nach einer dauerhaften Affäre, einem unverbindlichem One-Night-Stand oder einem diskreten Seitensprung.

Anzahl der Schweizer Mitglieder verdoppelt

Im Verlauf des letzten Jahres hat sich laut der Studie die Anzahl der Schweizer Mitglieder verdoppelt. Aktuell sind es insgesamt 62'000 Schweizer User. Zudem kommen gemäss Mueller pro Monat rund 100 Nutzer aus Basel hinzu. «Oft sind es Karrierefrauen», so Mueller. Immerhin liege der Anteil an Akademikerinnen bei 54 Prozent. Die Frauen hätten nach Feierabend keine Zeit für eine lange Suche. «Aber die Bedürfnisse sind trotzdem da», erklärt Mueller.

Als Treffpunkte für Casual-Dating-User empfiehlt das Online-Portal diverse Bars in Basel. Darunter auch die Bar Rouge. Wenn das Interesse einmal geweckt ist, legt eine Baslerin laut der Studie für ein sinnliches Erlebnis jedoch auch eine Strecke von bis zu 80 Kilometern zurück.

Das Geschäft mit Seitensprungzimmern boomt

«Besonders um die Weihnachtszeit sind wir quasi ausgebucht», sagt der Betreiber der Seite Seitensprungzimmer.li. Und auch sonst läuft es für den Anbieter der diskreten Zimmer gut. An einem Tag verzeichnet die Seite zwei bis drei Buchungen pro Zimmer. «In Basel vermieten wir seit mehreren Jahren erfolgreich. Die Zimmer sind sehr begehrt», so der Anbieter. In den letzten drei Jahren habe die Nachfrage in Basel um rund 30 Prozent zugenommen. Der Grund liegt für den Betreiber auf der Hand: «Das liegt sicherlich auch an den Casual Dating-Portalen.»

Dass die Nachfrage nach Seitensprungzimmern in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat, bestätigt auch Erwin Anderhub, der Seitenbetreiber von Seitensprungzimmer.com. Lediglich die Bedürfnisse hätten sich geändert. Mittlerweile werden SM-Zimmer angeboten. Aber auch der Luxusaspekt sei über die Jahre in den Vordergrund gerückt: «Besonders begehrt sind Whirlpools.»

Es überwiegt die Angst, zu kurz zu kommen

Der Trend entging auch dem Schweizer Paartherapeuten Klaus Heer nicht: «Die Bedürfnisse waren schon immer da, die Menschen haben heute durch das Internet jedoch einen leichteren Zugang.» Zudem überwiege die Angst, zu kurz zu kommen. So sei nicht verwunderlich, dass die Angebote schliesslich auch wahrgenommen würden. «Das grosse Angebot schafft grosse Versuchungen», so Heer.

Ausserdem sei die Gesellschaft toleranter geworden. Und letztlich zeigt sich: «Das Fleisch ist willig, doch der Geist ist schwach», wie Heer sagt.

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