92. Giro d'Italia: Basso um den Sieg - Armstrong für seine Stiftung

Aktualisiert

92. Giro d'ItaliaBasso um den Sieg - Armstrong für seine Stiftung

Im am Samstag in Venedig beginnenden 92. Giro d'Italia stehen Ivan Basso und Lance Armstrong im Mittelpunkt. Der Italiener ist der meistgenannte Sieganwärter, der Amerikaner bei seiner Giro- Premiere die grosse Attraktion.

Ende Mai 2006 feierte Basso seinen bislang grössten Triumph. Der Lombarde entschied die Italien-Rundfahrt für sich. Zwei Monate später begannen Bassos grosse Probleme. Er wurde unmittelbar vor der Tour de France ausgeladen, als sich seine Verwicklung in die Doping-Affäre «Operacion Puerto» abzeichnete. Im Spätherbst 2006 wechselte der Italiener vom Team CSC zu Discovery Channel. Diese Verbindung war jedoch von kurzer Dauer, weil die Verdachtsmomente gegen Basso immer grösser wurden. Der U23-Weltmeister von 1998 löste schliesslich den Vertrag mit dem US-Team auf und gestand, mit Dr. Fuentes zusammengearbeitet zu haben. Bassos Sperre lief Mitte Oktober letzten Jahres ab. Der Italiener unternahm alles, um seinen ramponierten Ruf wiederherzustellen.

Basso konnte seine Rückkehr in den Rennbetrieb kaum erwarten und nahm jede Renngelegenheit wahr. Der Gesamtsieg in der Trentino- Rundfahrt vor wenigen Tagen lieferte ihm die Bestätigung, dass die Form stimmt.

Die gleiche Bestätigung erhielt Lance Armstrong am letzten Sonntag mit dem 2. Schlussrang in der Tour of the Gila im US- Bundesstaat New Mexico. Der Amerikaner wagt sich erstmals in die Italien-Rundfahrt. Der siebenfache Sieger der Tour de France will für seinen Astana-Teamcaptain Levi Leipheimer fahren, verfolgt aber mit der Promotion seiner Stiftung für den Kampf gegen den Krebs auch eigene Ziele. Armstrong ist die grosse Attraktion der Rundfahrt; die Medien wurden nicht müde, über jeden seiner Pedaltritte zu berichten.

Der letztjährige Tour-Erste Carlos Sastre (Sp) zählt im 198 Fahrer starken Feld zu den wenigen Ausländern, die Anspruch auf eine gute Schlussklassierung erheben können. Aus dem Lager seiner Landsleute dürfte Basso am ehesten durch Damiano Cunego Konkurrenz erwarten. Mit Danilo Di Luca, Gilberto Simoni und Stefano Garzelli sind weitere frühere Giro-Sieger am Start. Dieses Trio weist in Sachen Doping ebenfalls keine blütenweisse Weste auf.

Leadertrikot für Cancellara?

Wegen des 100-Jahr-Jubiläums beginnt der Giro d'Italia in Venedig und geht er in Rom zu Ende. Im Mannschaftszeitfahren über 20,5 km auf dem Lido vor der Lagunenstadt ist nicht auszuschliessen, dass der Sieg an das Team Saxo Bank geht und der erste Leader Fabian Cancellara heisst. Der Berner wäre allerdings kaum für mehr als zwei Tage Träger der Maglia rosa. Bereits am vierten Tag steht in San Martino di Castrozza die erste von fünf Bergankünften im Programm, gefolgt vom Abschnitt auf die Seiseralm. Auf den Abstecher nach Österreich (Mayrhofen) stattet der Tross auf dem Weg nach Chiavenna auch der Schweiz (Unter- und Oberengadin) einen Besuch ab.

Ein sehr schweres Einzelzeitfahren in den Cinque Terre über 60,6 km leitet den zweiten Teil der Rundfahrt ein. Monte Petrano, Blockhaus della Maiella und Vesuv bilden mit ihren Schlusssteigungen die Eckpunkte der Rundfahrt vor dem abschliessenden, nur über 14,4 km führenden Zeitfahren in Rom.

Am Schluss von sieben Tagespensen werden die Sprinter aller Voraussicht nach Gelegenheit erhalten, nach dem Sieg zu spurten. In erster Linie sind Alessandro Petacchi und Mark Cavendish zu nennen. Der letztjährige punktebeste Fahrer, Daniele Bennati, muss wegen einer Erkrankung passen. Robbie McEwen sagte die Teilnahme kurzfristig ab, weil sich der Australier nach seinem schweren Sturz im Scheldepreis noch nicht wieder in Form fühlt.

(si)

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