Aktualisiert 12.02.2015 11:54

Zürich

Bastien Girod erwägt nun doch Ständerat-Kandidatur

Der Grüne Nationalrat Bastien Girod erwägt eine Kandidatur für den Ständerat, obwohl er zuerst absagte. Damit macht er nicht alle Frauen in seiner Partei glücklich.

von
som
1 / 7
Der Nationalrat Bastien Girod (Grüne) möchte vielleicht doch einen Sitz im Zürcher Ständerat.

Der Nationalrat Bastien Girod (Grüne) möchte vielleicht doch einen Sitz im Zürcher Ständerat.

Keystone/Georgios Kefalas
Interessiert an einer Kandidatur ist auch Balthasar Glättli - der grüne Nationalrat wird aber wohl nicht gegen seinen Parteikollegen antreten.

Interessiert an einer Kandidatur ist auch Balthasar Glättli - der grüne Nationalrat wird aber wohl nicht gegen seinen Parteikollegen antreten.

Keystone/Peter Klaunzer
Ganz anders die grüne Alt-Nationalrätin Katharina Prelicz-Huber - sie findet, dass es wieder eine grüne Frau in Bern braucht.

Ganz anders die grüne Alt-Nationalrätin Katharina Prelicz-Huber - sie findet, dass es wieder eine grüne Frau in Bern braucht.

Keystone/Gaetan Bally

Die Geburt seiner Tochter und seine Arbeit als Umweltwissenschaftler an der ETH: Diese Gründe gab der Nationalrat Bastien Girod (Grüne) Anfang Jahr an, warum er im Herbst nicht für den Ständerat kandidieren will. Nun denkt er aber ernsthaft über einen Rückzug vom Rückzug nach, sagt er zum «Tages-Anzeiger». «Ich würde eigentlich gerne antreten», allerdings seien da noch einige Dinge zu klären – mit dem Arbeitgeber, mit der Familie und mit der Partei. Tatsächlich hat sich seine Ausgangslage seit Januar mit dem Rückzug der grünliberalen Ständerätin Verena Diener grundlegend geändert. Jetzt sind beide Zürcher Ständeratssitze neu zu vergeben und Girod könnte sich echte Wahlchancen ausrechnen.

Freuen würde sich Geschäftsleitungsmitglied Esther Guyer: «Wir pickeln an Girod herum.» Es sei nötig, dass die Grünen jetzt mit einem Kandidaten mit einem echten «grünen Image» anträten. Diese Voraussetzung erfülle Girod mit seinem Beruf geradezu ideal. Zudem könne er es mit allen Gegenkandidaten im Wahlkampf aufnehmen. Dass Girod ein Mann ist, stört Guyer nicht. Immerhin werde die Grüne Partei des Kantons Zürich von Frauen geleitet.

«Es muss jetzt wieder eine grüne Frau in Bern sein»

Parteipräsidentin Marionna Schlatter würde es zwar ebenfalls begrüssen, wenn Girod antreten würde. Sie erinnert aber daran, dass sich die Geschäftsleitung auch mit anderen Kandidatinnen und Kandidaten auseinandersetzen werde. So zieht der Nationalrat Balthasar Glättli eine Kandidatur in Erwägung. Schlatter rechnet aber nicht damit, dass er gegen Girod antreten würde.

Ganz anders die grüne Alt-Nationalrätin Katharina Prelicz-Huber. Sie will selbst an der Mitgliederversammlung vom 12. Mai antreten, wenn sie der Parteivorstand nicht unterstützt. «Es muss jetzt wieder eine grüne Frau in Bern sein», sagt die Sprecherin für Gleichstellungsfragen. Immerhin sitzen für die Grünen Zürich nur Männer im Nationalrat und im Zürcher Regierungsrat. Das sei für sie nicht länger hinnehmbar, so Prelicz-Huber. Das Parteiprogramm sehe eine Geschlechterparität vor.

«Girod müsste einer Frau den Vortritt lassen»

Daran erinnert Prelicz-Huber speziell ihren potenziellen Gegenkandidaten: «Bastien Girod ist immerhin Vizepräsident der Grünen Schweiz. Wenn er konsequent wäre, müsste er nun einer Frau den Vortritt lassen.» Wie gross die Chancen in der Partei für die 55-Jährige sind, ist unklar. Ein Handicap hat sie schon mal, denn sie wurde 2011 aus dem Nationalrat abgewählt.

Während die Grünen erst am 26. Februar einen Kandidaten für den Ständerat nominieren werden, haben sich andere Parteien schon entschieden. So werden Hans-Ueli Vogt (SVP), Ruedi Noser (FDP) und Martin Bäumle (GLP) ins Rennen geschickt und wahrscheinlich auch noch Daniel Jositsch (SP).

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.