Foto mit gezückter Waffe: «Batman»-Schütze machte vor Tat gruseliges Porträt
Aktualisiert

Foto mit gezückter Waffe«Batman»-Schütze machte vor Tat gruseliges Porträt

Die Anhörung zum Massaker von Aurora ist am Mittwoch ohne Zeugen der Verteidiger zu Ende gegangen. Dafür wurde bekannt, dass der Schütze vor der Tat ein makabres Foto von sich gemacht hatte.

Während der dreitägigen Anhörung gaben die Polizisten erstmals offiziell Ermittlungsdetails zur Tat vom 20. Juli bekannt. Dabei beschrieben sie Holmes als einen kaltblütigen Waffennarren, der seine Tat über Monate geplant hatte.

Ein neues Detail, das am Mittwoch bekannt wurde: Vor dem Blutbad in einem amerikanischen Kino schoss der mutmassliche Amokläufer ein makabres Selbstporträt: James Holmes fotografierte sich Ermittlern zufolge mit gezückter Pistole, herausgestreckter Zunge und einem Grinsen im Gesicht, bevor er den Kinsosaal stürmte und zwölf Menschen erschoss.

Im Hintergrund des Bildes, das die Polizei bei einer Anhörung am Mittwoch präsentierte, ist ein Notausgang zu sehen, der den Türen des Kinos der Kleinstadt Aurora im US-Bundesstaat Colorado ähnelt, in dem Holmes Amok lief. Am Freitag will der Richter entscheiden, ob er tatsächlich vor Gericht gestellt wird.

Mit Papiertüten gespielt

Holmes werden mehr als 160 Anklagepunkte zur Last gelegt. Nach Angaben der Ermittler hat er schon zwei Monate vor der Tat damit begonnen, Waffen für seinen Amoklauf zusammenzutragen. Dazu gehörten zwei Handfeuerwaffen, eine Schrotflinte, ein Selbstladegewehr sowie 6295 Schuss Munition. Ausserdem besorgte er sich Chemikalien, mit denen er in seiner Wohnung eine Sprengfalle baute. Die Verteidigung will beweisen, dass Holmes psychisch krank ist.

Ein Polizist, der ihn verhört hatte, deutete an, Holmes habe sich wenige Stunden nach der Tat am 20. Juli 2012 nicht wie jemand benommen, der methodisch seinen Angriff auf das Publikum einer Mitternachts-Vorstellung des neuen «Batman»-Films geplant habe. So habe Holmes mit Papiertüten gespielt, die zur Sicherung von Schmauchspuren an seinen Händen waren, und vorgegeben, diese seien Puppen. Anzeichen auf einen Drogenkonsum des Verdächtigen habe es nicht gegeben, sagte der Polizist. Deshalb sei auch kein Test durchgeführt worden.

Psychiatrie oder Todesstrafe?

Die Frage des Geisteszustandes von Holmes wird darüber entscheiden, ob er bei einem möglichen Schuldspruch in einem Verfahren in eine psychiatrische Klinik oder ein Gefängnis kommt. Möglich ist auch die Todesstrafe. Bisher hat die Staatsanwaltschaft aber noch nicht bekannt gegeben, ob sie diese auch beantragen will. (dapd)

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