Aktualisiert 12.06.2019 12:17

Kaiseraugst AG

Bauarbeiter machen historischen Superfund

Überraschung in Kaiseraugst: Bauarbeiter stiessen bei Leitungsarbeiten auf den Turm einer römischen Festung aus dem 3. Jahrhundert.

von
las

Bei Werkleitungssanierungen in Kaiseraugst AG sind Ende April ein bisher unbekannter Turm und Mauern des Castrum Rauracense zum Vorschein gekommen. Dank einer alternativen Leitungsführung bleiben die archäologischen Hinterlassenschaften erhalten.

Der Turm sei einst ein Bestandteil des Osttores der römischen Befestigungsanlage aus der Spätantike gewesen, teilte das aargauische Departement für Bildung, Kultur und Sport am Mittwoch mit.

Gut erhaltener Festungsbau

Das Kastell von Kaiseraugst, von dem weite Teile bis heute oberirdisch sichtbar sind, ist ein Kulturerbe von internationaler Bedeutung. Es gehört zu den am besten erhaltenen spätantiken Festungsbauten nördlich der Alpen und prägt das Ortsbild von Kaiseraugst bis zum heutigen Tag.

Deshalb stehen auch seine Baureste unter Bundesschutz und kantonalem Denkmalschutz. Erbaut im 3. Jahrhundert im Rahmen des umfassenden Grenzschutzprogramms des römischen Kaisers Diokletian, sicherte das Castrum den strategisch wichtigen Rheinübergang bei Kaiseraugst.

Ostflanke ist kaum erforscht

Während im Westen und Süden der Verlauf der Mauer aufgrund der guten Erhaltung bekannt ist, war die archäologische Situation im Bereich der durch das Bauvorhaben tangierten Ostflanke des Kastells kaum erforscht.

Deshalb war es auch für die Archäologinnen und Archäologen überraschend, als unmittelbar unter dem Asphalt die Kastellmauer und das Turmfundament zum Vorschein kamen. (las/sda)

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