Aktualisiert 13.08.2009 19:15

Hombrechtikon ZHBaudirektion klagt gegen Villen-Bewohner

Ein Villen-Bewohner in Hombrechtikon ZH steht Ende Monat in Meilen ZH vor Gericht. Die Zürcher Baudirektion will erreichen, dass der mehrfach verurteilte Millionen-Betrüger endlich die Schweiz verlässt. Der Prozess hat pionierhaften Charakter.

Der 72-Jährige betrog 1999 einen nordkoreanischen Botschafter in Bern um rund 1,3 Millionen Franken und kaufte sich mit dem Geld das Haus in Hombrechtikon. Nordkorea wollte das Geld zurück und klagte. Der Mann wurde verurteilt und des Landes verwiesen.

Dank dem Bleiberecht seiner Frau und seines Sohnes wohnt er jedoch weiterhin in dem Haus. Wegen eines juristischen Winkelzugs geniessen sie Mietschutz in der Villa. Die Baudirektion versucht nun nachzweisen, dass der Winkelzug rechtsmissbräuchlich ist, bestätigte Sprecher René Loner am Freitag einen Bericht der «Zürichsee-Zeitung».

Prozess mit pionierhaftem Charakter

Der Prozess habe «pionierhaften Charakter», sagte Loner gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Bei der Beurteilung des Falles spiele unter anderem auch das Geldwäschereigesetz eine Rolle. Der Gerichtstermin ist laut Loner auf den 28. August festgesetzt.

Dass die Baudirektion als Klägerin auftrete, hänge damit zusammen, dass aufgrund eines Bundesgerichtsurteils «staatliches Eingreifen» erforderlich sei. «Es könnte auch ein anderes Amt sein», so Loner. Aber da es sich um eine Liegenschaft handle, sei der Ball nun bei der Baudirektion gelandet. Aber die Villa habe nie dem Kanton gehört.

Rechtsmissbrauch

Die Frau und der Sohn des Betrügers mieteten die Villa von der Gesellschaft, über die der Mann seine Villa 1999 gekauft hatte. Dass die Villa mit gestohlenem Geld finanziert wurde, wollen sie nicht gewusst haben. Deshalb sei der Mietvertrag verbindlich. Das Nichtwissen ist erstaunlich, da die Frau und der Sohn im Verwaltungsrat der Gesellschaft sitzen.

Aus Sicht des Kantons ist dieser Mietvertrag lediglich ein Konstrukt, um in den Genuss des Mieterschutzes zu kommen. Darauf deute die Tatsache hin, dass trotz Mietvertrag keine Miete bezahlt werde. (sda)

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