Illegal gepflanzt: Bauer muss 20'000 gesunde Bäume fällen
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Illegal gepflanztBauer muss 20'000 gesunde Bäume fällen

Weil ein Bauer in Oberösterreich keine Genehmigung eingeholt hat, muss er 20'000 Bäume fällen.

von
red
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Bauer Klaus Erhart hatte auf einem ehemaligen Acker in Kefermarkt und Neumarkt in Oberösterreich rund 20'000 Bäume ohne Genehmigung angepflanzt. (Symbolbild)

Bauer Klaus Erhart hatte auf einem ehemaligen Acker in Kefermarkt und Neumarkt in Oberösterreich rund 20'000 Bäume ohne Genehmigung angepflanzt. (Symbolbild)

Keystone/Gaetan Bally
Bis Juni 2020 müssen auf Anordnung des Bürgermeisters von Kefermarkt, Herbert Brandstötter, sämtliche Bäume gefällt werden.

Bis Juni 2020 müssen auf Anordnung des Bürgermeisters von Kefermarkt, Herbert Brandstötter, sämtliche Bäume gefällt werden.

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«Das ist keine Willkür», rechtfertigt sich Brandstötter. Die Ausstellung des Rodungsbescheids sei ihm nicht leicht gefallen. (Symbolbild)

«Das ist keine Willkür», rechtfertigt sich Brandstötter. Die Ausstellung des Rodungsbescheids sei ihm nicht leicht gefallen. (Symbolbild)

Keystone/Martin Ruetschi

Vor acht Jahren hatte Bauer Klaus Erhart auf einem ehemaligen Acker in Kefermarkt und Neumarkt in Oberösterreich rund 20'000 Bäume gepflanzt – allerdings ohne Genehmigung, wie er selbst im Gespräch mit der «Kronen Zeitung» zugibt. «Ich habe nicht gewusst, dass das Setzen der Bäume meldepflichtig ist», schildert der 52-Jährige.

Dieser Fehler wird Erharts mittlerweile stattlich in die Höhe gewachsenem, kerngesundem Wäldchen wohl nun zum Verhängnis. Bis Juni 2020 müssen auf Anordnung des Bürgermeisters von Kefermarkt, Herbert Brandstötter, sämtliche Bäume gefällt werden.

«Das ist keine Willkür», rechtfertigt sich Brandstötter. Die Ausstellung des Rodungsbescheids sei ihm nicht leicht gefallen. Nachdem er einen Hinweis erhalten gehabt hätte, habe er aber so vorgehen und die Angelegenheit melden müssen. Und: «Gesetz ist Gesetz und daran halte ich mich. Wenn ich nichts unternehme, begehe ich Amtsmissbrauch.»

Entscheidung vor Gericht?

Erhart hofft nun auf die Rettung seiner Bäume, die bislang niemanden gestört hatten. Der Landwirt glaubt, ein Schlupfloch gefunden zu haben: «Bei einem Wald unter zwei Hektar kann der Bürgermeister eingreifen. Das Areal hat nur 1,8 Hektar.»

Davon will Brandstötter aber nichts wissen: «Man muss die gesamte Parzelle berücksichtigen. Die Fläche ist deutlich grösser als zwei Hektar», erklärt er gegenüber der «Kronen Zeitung». Die einzige Möglichkeit sei eine Berufung: «Ich müsste den Einspruch an das Landesverwaltungsgericht weiterleiten. Vielleicht ist das gar nicht so ungeschickt, wenn ein Richter in dieser Angelegenheit entscheidet.»

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