Aggressive Rasse: Bauer muss gefährliche Nazi-Kühe schlachten
Aktualisiert

Aggressive RasseBauer muss gefährliche Nazi-Kühe schlachten

Weil sie alles zu töten versuchten, was ihnen in die Quere kam, musste ein englischer Farmer seine Heckrinder töten. Die Rasse war vor dem 2. Weltkrieg gezüchtet worden.

von
jcg
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Heckrinder wurden in den 1920er Jahren von den deutschen Brüdern Heinz und Lutz Heck geschaffen. Ziel war es, den legendären Auerochsen wieder auferstehen zu lassen. Die Auerochsen waren in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts ausgerottet worden.

Heckrinder wurden in den 1920er Jahren von den deutschen Brüdern Heinz und Lutz Heck geschaffen. Ziel war es, den legendären Auerochsen wieder auferstehen zu lassen. Die Auerochsen waren in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts ausgerottet worden.

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Auerochsen galten als Symbol germanischer und arischer Stärke.

Auerochsen galten als Symbol germanischer und arischer Stärke.

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Um ein Rind aus einer Zeit zu erhalten, bevor Europa von «rassisch degenerierten» Tieren bevölkert wurde, kreuzten die Heck-Brüder mehrere uralte europäische Rinderrassen.

Um ein Rind aus einer Zeit zu erhalten, bevor Europa von «rassisch degenerierten» Tieren bevölkert wurde, kreuzten die Heck-Brüder mehrere uralte europäische Rinderrassen.

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Es war 2009, als Derek Gow, seines Zeichens Bauer in der südwestenglischen Grafschaft Devon, beschloss, fortan Heckrinder zu züchten. Die Rasse war in den 1920er-Jahren von deutschen Zoologen mit dem Ziel gezüchtet worden, den sagenumwobenen Auerochsen wieder zum Leben zu erwecken.

Gow importierte also 13 Tiere aus Belgien, die friedlich auf seinem Land weideten und sich fleissig vermehrten. Doch die Ruhe täuschte. Einige der inzwischen 20 Rinder entwickelten zunehmend aggressive Wesenszüge und wurden zur Gefahr für Gows Personal.

«Die Tiere, die wir loswerden mussten, gingen bei jeder sich bietenden Gelegenheit auf dich los. Sie versuchten jeden zu töten», so Gow zum «Independent». «Mit ihnen zu arbeiten war kein Spass. Es sind bei weitem die aggressivsten Tiere, mit denen ich es jemals zu tun hatte.» Inzwischen seien aus den aggressiven Rindern leckere Würste geworden, wie der «Independent» weiter schreibt.

Arische Rinder

Heckrinder wurden in den 1920er-Jahren von den Brüdern Heinz und Lutz Heck gezüchtet. Die damaligen Leiter der Tiergärten Berlin und München wollten durch die Kreuzung mehrerer europäischer Rinderrassen den Auerochsen wieder auferstehen lassen. Auerochsen galten als Symbol germanischer und arischer Stärke. In der Nazi-Propaganda waren sie ein gern gesehenes Sujet und bevölkerten im Dritten Reich die Zoos von Berlin und München.

«Zu der Zeit glaubte man, dass man Tiere mit spezifisch arischen Wesenszügen züchten könne», führte Gow im «Plymouth Herald» aus. «Heckrinder waren der Versuch einer Abbildzüchtung, wofür verschiedene noch existierende alte Rassen wie spanische Kampfstiere, Friesen und Simmentaler verwendet wurden.» Von diesen übernahmen die Heckrinder offenbar ihr aggressives Verhalten.

Heckrinder haben grosse Hörner, ein struppiges Fell und einen muskulösen Körperbau. Weil sie wenig wirtschaftlich sind, drohten sie nach dem Krieg, den nur 39 Tiere überlebten, zu verschwinden. In einigen Zoos und vereinzelt in der Landwirtschaft konnten sie jedoch überleben. Heute schätzt man ihre Zahl auf rund 2000 bis 3000.

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