Affäre Rappaz: Bauer Rappaz ist zurück auf seinem Hof
Aktualisiert

Affäre RappazBauer Rappaz ist zurück auf seinem Hof

Hanfbauer Bernard Rappaz ist vom Berner Inselspital nach Saxon VS überführt worden, wo er seine Freiheitsstrafe vorläufig in Form von Hausarrest absitzen wird.

«Er ist heute Nacht angekommen», bestätigte Boris Ryser, ein Bekannter von Rappaz, am Donnerstag eine Meldung des Walliser Radios Rhône FM. Der Hanfbauer werde rund um die Uhr bewacht. Der gesamte Hof sei abgesperrt wie ein Gefängnis, sagte Ryser.

Die Walliser Sicherheitsdirektorin Esther Waeber-Kalbermatten erlaubte den Hausarrest vergangene Woche. Hintergrund war die beim Bundesgericht hängige Beschwerde von Rappaz. Dieses wird bis am 26. August über den vom Walliser Kantonsgericht abgelehnten Haftunterbruch für Rappaz befinden. Solange gilt der Hausarrest.

Eine Stunde Hofgang täglich

Rappaz brach nach dem Entscheid der Behörden seinen Hungerstreik ab. Das Bundesgericht hatte die Walliser Behörden angewiesen, das Leben und die körperliche Integrität des Hanfbauern zu schützen. Rappaz selbst hatte eine künstliche Ernährung im Spital abgelehnt, sollte er wegen des Hungerstreiks ins Koma fallen.

Rappaz muss sich daheim an Regeln wie im Gefängnis halten. Er wird rund um die Uhr bewacht, und er hat Anrecht auf einen einstündigen täglichen Spaziergang in einem eingeschränkten Perimeter. Angehörige dürfen ihn während höchstens 90 Minuten pro Woche besuchen. Bei Arztbesuchen wird er begleitet.

Im Gegensatz zum Haftunterbruch wird der Hausarrest an die Freiheitsstrafe von fünf Jahren und acht Monaten angerechnet, die Rappaz wegen Anbaus und Handels mit Hanf und weiteren Delikten verbüssen muss. (sda)

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