Aktualisiert 21.05.2013 19:51

Vor GerichtBauer tötete Frau mit Wallholz – war es Mord?

Der Obstbauer Norbert S.* sitzt seit fast fünf Jahren hinter Gittern, weil er seine Frau tötete. Am Mittwoch steht er wieder vor Gericht.

von
sst
Norbert S.* steht am Mittwoch vor Kantonsgericht.

Norbert S.* steht am Mittwoch vor Kantonsgericht.

2008 erschütterte eine Familientragödie das Rheintal: Der Oberrieter Obstbauer Norbert S.* tötete seine Frau Hermine auf brutale Weise in ihrer Wohnung. Die Scheidung war längst beschlossen, doch S. gönnte der 48-Jährigen das gemeinsame Haus nicht. In der Adventszeit besuchte er sie, wobei es zum Streit kam, der blutig eskalierte: S. schlug seine Frau, diese wehrte sich und rannte davon. S. holte sie ein und schlug ihr mit einem Wallholz mehrmals mit voller Wucht auf den Kopf. Während Hermine hilflos verblutete, ging S.* in die Beiz ein Bier trinken.

Mord oder vorsätzliche Tötung?

Das Kreisgericht Rheintal verurteilte den Mann 2010 zu 16 Jahren Haft wegen Mordes. Die Tat sei besonders verwerflich und nicht aus einem Affekt passiert, urteilten die Richter. Nun muss sich das Kantonsgericht St. Gallen am Mittwoch mit dem Fall beschäftigen: Der Verteidiger von S. fordert eine Reduktion der Haftstrafe auf fünf bis sechs Jahre. Die Tat sei im Affekt geschehen und kein Mord, sondern lediglich vorsättzliche Tötung. Zudem plädiert er auf eine verminderte Zurechnungsfähigkeit seines Mandanten.

Ein psychiatrisches Gutachten attestiert S. eine narzisstische Persönlichkeitsstörung. Auch die Staatsanwaltschaft war mit dem erstinstanzlichen Urteil unzufrieden und fordert in der Verhandlung vom Mittwoch 18 Jahre Haft für S.*

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