Rehetobel AR: Bauer verprügelt - Schläger erneut vor Gericht
Aktualisiert

Rehetobel ARBauer verprügelt - Schläger erneut vor Gericht

Die drei Auftragsschläger, die im Juni 2010 in Rehetobel einen wehrlosen Bauern verprügelten, müssen erneut vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft legt Berufung ein - ihr ist das Urteil zu milde.

Einer der Schläger wird abgeführt.

Einer der Schläger wird abgeführt.

Im Juni 2010 lauerten drei Männer einem Bauern auf und verprügelten ihn. Die Schläger wurden zu teilbedingten und bedingten Freiheitsstrafen verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hat gegen das Urteil Berufung eingelegt und verlangt vor Ausserrhoder Obergericht Schuldsprüche wegen schwerer Körperverletzung.

Das Ausserrhoder Kantonsgericht hatte die drei Serben im März 2011 der einfachen Körperverletzung für schuldig befunden. Die Anklage hatte auf schwere Körperverletzung gelautet. Die Verletzungen des 34-jährigen Bauern hätten die vom Strafgesetzbuch verlangte Schwere nicht erreicht, entschied das Gericht. Das Gesetz verlangt Lebensgefahr oder die Verstümmelung eines wichtigen Organs. Die Staatsanwaltschaft erklärte Berufung und verlangt vor zweiter Instanz Schuldsprüche wegen schwerer, eventuell versuchter schwerer Körperverletzung.

Bedingte und teilbedingte Strafen

Der 42-jährige Haupttäter wurde vom Kantonsgericht zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 22 Monaten – davon 12 Monate bedingt – und einer Busse von 500 Franken verurteilt.

Der Mittäter, ein fast zwei Meter grosser 31-jähriger Maschinen- Ingenieur und Kickboxer, wurde zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 15 Monaten verurteilt. Ein 43-Jähriger, der Schmiere stand, wurde zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 14 Monaten und 700 Franken Busse verurteilt.

Der 43-Jährige hat ebenfalls Berufung eingelegt; er will nur für Gehilfenschaft zur einfachen Körperverletzung verurteilt werden. Der Prozess vor Ausserrhoder Obergericht findet am 18. Juni statt.

Neidischer Nachbar heuerte Schläger an

Die Schläger angeheuert hatte ein Nachbar des Opfers, ein 56-jähriger Schweizer Landwirt. Sie lauerten dem Mann am frühen Morgen des 8. Juni 2010 im Stall auf, schlugen ihn mit Schlagstöcken zusammen und liessen ihn verletzt liegen. Der Bauer wurde mit gebrochener Nase, einem gebrochenen Finger und Platzwunden ins Spital gebracht.

Tatmotiv war ein jahrelanger Nachbarschaftsstreit, Neid und Missgunst. Das Opfer befand sich gut eine Woche lang im Spital. Die Schläger erhielten vom Auftraggeber 17 500 Franken. Nach der Tat forderten sie weitere 30 000 Franken und bedrohten den Auftraggeber. Dieser stellte sich daraufhin der Polizei.

Gegen den Auftraggeber und zwei Vermittler, einen Schweizer und einen Belgier, laufe ein Strafverfahren, sagte der zuständige Staatsanwalt Thomas Bürgi auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. (sda)

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