Wasserentnahme-Verbot droht: Bauern droht die Ernte zu vertrocknen
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Wasserentnahme-Verbot drohtBauern droht die Ernte zu vertrocknen

Der Kanton Freiburg fordert seine Bauern auf, Wasserentnahmen aus Fliessgewässern so weit wie möglich zu reduzieren. Hält die Dürre an, dreht er den Hahn ganz zu.

von
sul
Wegen anhaltender Trockenheit müssen viele Landwirte ihre Felder mehr als gewohnt bewässern und fürchten den Ausfall von Ernten.

Wegen anhaltender Trockenheit müssen viele Landwirte ihre Felder mehr als gewohnt bewässern und fürchten den Ausfall von Ernten.

Keystone/Peter Klaunzer

Trotz Regen in letzten Tagen herrscht im Kanton Freiburg weiterhin Dürre. Tiefe Wasserstände sind die Folge. Und weil für die nächsten Tage sonniges und warmes Wetter angesagt ist, dürften sich die Pegel in Bälde auch nicht erhöhen. Das stellt die hiesigen Bauern vor Probleme.

«Letzte Woche gab es deutlich weniger Regen als angekündigt war», klagt Gemüsegärtner Michael Moser aus Kerzers gegenüber «Tele Bärn». Aufgrund der Hitze verdampft das Wasser schnell, zurück bleibt Trockenheit auf den Feldern. «Ohne zusätzliche Bewässerung gehts nicht», so Moser. Zusammen mit sechs weiteren Bauern bezieht er deshalb Wasser aus der Bibere.

Verbot bereits 2015

Damit könnte aber bald Schluss sein: In einer Mitteilung ruft der Kanton Freiburg seine Landwirte nämlich dazu auf, kein Wasser mehr aus Seen, Bächen und Flüssen zu nehmen. Hält die Dürrephase an, ist gar ein Verbot möglich. «Sollte es in den nächsten zwei Wochen nicht zu Niederschlägen kommen, müssen wir ein Wasserentnahme-Verbot für Fliessgewässer aussprechen», sagt Alexandre Fahrni, Chef Sektion Gewässer im Amt für Umwelt, gegenüber dem Sender.

Es wäre nicht das erste Mal: Erst 2015 untersagte der Kanton wegen der anhaltenden Dürre seinen Landwirten, Wasser aus Fliessgewässern zu entnehmen.

Verbote auch im Kanton Bern möglich

Auch auf Berner Feldern ist es aktuell trocken, dennoch verzichtet der Kanton auf eine schriftliche Mahnung an die Bauern. «Die Situation ist im Moment noch nicht angespannt», sagt Jacques Ganguin, Leiter des kantonalen Amts für Gewässer und Abfall. Unterschreitet der Wasserpegel aber ein gewisses Limit, gibts auch im Kanton Bern ein Entnahmeverbot.

Würde ein solches tatsächlich eintreten und die Trockenperiode länger anhalten, ginge es für den freiburgischen Gemüsegärtner an die Existenz. Moser: «Dann müsste ich wohl gewisse Kulturen abschreiben.»

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