Bauern freuen sich über höhere Preise
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Bauern freuen sich über höhere Preise

Die Schweizer Landwirtschaft blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück, und auch die Zukunft gibt Anlass zu Zuversicht. Unter anderem erhalten die Bauern für Milch sechs Rappen mehr.

«Mit Freude» eröffnete Bauernpräsident Hansjörg Walther deshalb am Montag in Bern die Delegiertenversammlung des SBV.

Der Schweizerische Bauernverband (SBV) könne auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken, sagte Walther: Weltweit stieg die Nachfrage nach landwirtschaftlichen Produkten, was sich positiv auf das bäuerliche Einkommen auswirkte.

Auch auf politischer Ebene tat sich einiges. Walther begrüsste es, dass die eidgenössischen Räte bei der Agrarreform 2011 Korrekturen zugunsten der Landwirtschaft vorgenommen haben. So sei der Zahlungsrahmen um 150 Millionen erhöht worden, und die Pfeiler des bäuerlichen Pacht- und Bodenrechts seien beibehalten worden, sagte er vor den Delegierten gemäss Redetext.

Bei den Rohstoffpreisen habe sich der Silberstreifen am Horizont verbreitert: «Wir sind von einer Überschusssituation in eine Phase der Verknappung gekommen», was den Bauern höhere Preise bringe. Walther geht davon aus, dass sich die Rohstoffpreise auf einem höheren Niveau als bisher stabilisieren werden.

Sich aktiv der Globalisierung stellen

Landwirtschaftsministerin Doris Leuthard will den Agrarfreihandel mit der EU mit Begleitmassnahmen abstützen. Sie lässt derzeit ein Konzept ausarbeiten, um die Land- und Ernährungswirtschaft bei ihrer Neuausrichtung zu unterstützen. Verschiedene Massnahmen stünden zur Diskussion, wie sie in ihrer Rede ausführte.

Etwa könnten Export-Initiativen durch die Absatzförderung unterstützt werden. Ferner könnte laut Leuthard ein einmaliger Betrag gesprochen werden, über den ein Landwirt frei verfügen dürfte. Spezielle Umschulungs- und Aussteigehilfen, namentlich für ältere Betriebsleiter, wären eine weitere Möglichkeit.

Leuthard könnte sich ausserdem einen Innovationsfonds vorstellen: Durch eine Stärkung von Forschung und Beratung könnten Innovationen entlang der Wertschöpfungskette gefördert werden.

Aber auch anderswo seien Anpassungen nötig, etwa bei den Direktzzahlungen, die laut Leuthard beibehalten werden sollten. Die Arbeiten zur Überprüfung des Systems seien angelaufen, der Bericht werde nächstes Jahr vorliegen, sagte sie. Wichtig sei auch ein guter Tierschutz. Der Bundesrat werde nächstes Jahr die Verordnung zum entsprechenden Gesetz verabschieden.

«Die Märkte werden sich weiter öffnen, der Wettbewerbsdruck wird steigen, der Grenzschutz wird abgebaut werden müssen. Darauf haben wir uns einzustellen», hielt Leuthard weiter fest. Wenn die Schweiz sich der Globaslisierung aktiv stelle, «dann können wir selber bestimmen». (sda)

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