Bedrohung von Osten: Bauern fürchten Chinas Landwirtschaft
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Bedrohung von OstenBauern fürchten Chinas Landwirtschaft

Schweizer Bauern stehen einem Freihandelsabkommen mit China skeptisch gegenüber. Im Reich der Mitte würden Qualitäts-Produkte viel günstiger hergestellt werden.

China stellt für Schweizer Bauern eine Bedrohung dar.

China stellt für Schweizer Bauern eine Bedrohung dar.

Der Schweizerische Bauernverband (SBV) steht einem Freihandelsabkommen mit China kritisch gegenüber. In den laufenden Verhandlungen soll die Schweiz darauf bestehen, dass die Landwirtschaft ausgeklammert bleibt.

Die Bedrohung durch China sei für die Schweizer Bauern enorm, teilte der SBV am Dienstag mit. Die chinesische Landwirtschaft sei durchaus fähig schon bald Lebensmittel in hoher Qualität zu produzieren - allerdings viel günstiger und in bedeutend grösseren Mengen als es den Schweizern Bauern möglich ist.

Eine vom Bauernverband in Auftrag gegebene Studie habe gezeigt, dass Schweizer Produkte wie Wein, Milchpulver und eventuell auch Käse auf dem chinesischen Markt zwar Verkaufspotenzial hätten. Doch aufgrund seiner Grösse werde es China früher oder später möglich sein, alles selber zu produzieren.

Der Bauernverband fordert deshalb, dass die Landwirtschaft vom Freihandelsabkommen ausgenommen wird oder sich dieses auf jene Produkte beschränkt, die in der Schweiz nicht hergestellt werden. Der Bundesrat dürfe sich in den laufenden Verhandlungen nicht konzessionsbereit zeigen - auch wenn der Druck aus der übrigen Schweizer Wirtschaft gross sei.

Die Verhandlungen zwischen der Schweiz und China über ein Freihandelsabkommen starteten Anfang 2011. Bundesrat Johann Schneider-Ammann möchte sie Ende 2012 abschliessen.

SECO: Ziel ist ausgewogenes Abkommen

Beim Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) hiess es auf Anfrage, im Moment sei die dritte Verhandlungsrunde im Gange. Wie in allen bisherigen Freihandelsabkommen strebe der Bundesrat auch mit China «ein ausgewogenes Abkommen» an. Agrarprodukte und Produkten der Lebensmittelindustrie gehörten zum Verhandlungsgegenstand. (sda)

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