WTO-Kompromiss: Bauern fürchten um ihre Existenz

Aktualisiert

WTO-KompromissBauern fürchten um ihre Existenz

Innerhalb der Welthandelsorganisation WTO ist es überraschend zu einem Kompromiss gekommen. Sollte er umgesetzt werden, droht der Schweiz das grosse Bauernsterben. Die Zahl der Landwirte würde sich in den nächsten Jahren halbieren, warnt der Bauernverband.

von
Alex Hämmerli

Am Freitagabend haben sich die USA, Australien, Japan, Brasilien, Indien, China und die EU unter Ausschluss der restlichen WTO-Mitglieder unerwartet geeinigt. Das vorgeschlagene Massnahmenpaket, das den globalen Handel von Landwirtschafts- und Industriegütern liberalisieren soll, sorgt hierzulande aber für Unmut: Die hiesige Exportindustrie würde von der Öffnung der Märkte profitieren, die Bauern hätten aber mit massiven Einbussen zu rechnen.

Im Fall der Annahme des Vorschlags würden die Zölle für Landwirtschaftsprodukte in der Schweiz um 54 bis 60 Prozent fallen, wie Bundes­rätin Doris Leuthard gegenüber der Sonntagspresse bestätigt.

Gegenüber Radio DRS erklärt Hansjörg Walter vom Schweizerischen Bauernverband, dass die Annahme des Pakets Einkommensverluste von 30 bis 50 Prozent für die Schweizer Bauern zur Folge hätte. «Das bedeutet, dass sich die Zahl der Schweizer Bauernbetriebe innerhalb von sieben bis zehn Jahren halbieren würde.»

Leuthard betont jedoch, dass ein allfälliges WTO-Abkommen mit Begleitmassnahmen abgefedert würde. Zudem setzt die Volkswirtschaftsdirektorin auf einen verstärkten Schutz von Herkunftsbezeichnungen.

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