30.11.2018 04:49

Tierische WährungBauern können jetzt auch mit Kühen zahlen

Maschine gegen Kuh: Ein Luzerner Maschinenimporteur akzeptiert neu Kühe als Zahlungsmittel. Beim Bauernverband beäugt man die Aktion mit Skepsis.

von
gwa
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«Kuh als Zahlungsmittel»: Ein Luzerner Maschinen- und Fahrzeugimporteur lässt sich neu auch mit Kühen zahlen.

«Kuh als Zahlungsmittel»: Ein Luzerner Maschinen- und Fahrzeugimporteur lässt sich neu auch mit Kühen zahlen.

Keystone/Keytsone/Melanie Duchene/Symbolbild
Wer bei Leiser in Reiden beispielsweise einen Teleskoplader kaufen will, kann mit bis zu drei Kühen zu einem Fixpreis als Zahlungsmittel einsetzen.

Wer bei Leiser in Reiden beispielsweise einen Teleskoplader kaufen will, kann mit bis zu drei Kühen zu einem Fixpreis als Zahlungsmittel einsetzen.

Keystone/Keystone/Peter Klaunzer/Symbolbild
Damit wolle man Landwirten entgegenkommen, die mit den Folgen der Hitzewelle im Sommer zu kämpfen haben. «Wir haben festgestellt, dass die Trockenheit und die damit verbundene Futterknappheit für viele Landwirte ein Problem darstellt», sagt der Initiant der Aktion Matthias Anliker,

Damit wolle man Landwirten entgegenkommen, die mit den Folgen der Hitzewelle im Sommer zu kämpfen haben. «Wir haben festgestellt, dass die Trockenheit und die damit verbundene Futterknappheit für viele Landwirte ein Problem darstellt», sagt der Initiant der Aktion Matthias Anliker,

Keystone

«In der aktuell schwierigen Situation der Futterknappheit wollen wir den Bauern entgegenkommen», heisst es einer Mitteilung der Leiser AG. Der in Reiden LU beheimatete Maschinen- und Fahrzeugimporteur akzeptiert «ab sofort schweizweit Kühe zur Zahlung von unseren eigenen Importmarken, die direkt bei uns als Neumaschinen gekauft werden», wie die «Bauernzeitung» berichtet.

Denn: Zur Effizienzsteigerung müssten viele Landwirtschaftsbetriebe in Maschinen investieren und auch Bauprojekte und Betriebsumstellungen würden viel Geld kosten. Damit nicht genug: «Wir haben festgestellt, dass die Trockenheit und die damit verbundene Futterknappheit für viele Landwirte ein Problem darstellt», sagt der Initiant der Aktion Matthias Anliker, verantwortlich für Verkauf und Unternehmensentwicklung.

«Wir sind keine Kuhändler»

Teilweise würden Bauern aus finanziellen Gründen ihre Tierbestände reduzieren müssen. «Wir wollen ihnen mit dieser Aktion entgegenkommen», sagt Anliker. Es gehe dabei nicht um ein Anreizsystem oder Ähnliches.

«Wir haben ein transparentes und sehr faires Modell geschaffen. Der Bauer erhält einen Fixbetrag pro Kuh, der direkt vom Gesamtpreis der Maschine abgezogen wird.» Bis zu drei Tiere könne man als Zahlungsmittel einsetzen. Ist der Erlös der Kühe höher als der vereinbarte Fixbetrag, erhält der Bauer eine Gutschrift für After-Sales-Leistungen bei der Firma Leiser. «Wir wollen daraus keinen Profit schlagen. Wir sind keine Kuhhändler.»

Die Aktion läuft nun bis auf weiteres: «Wir bieten diese Lösung erst seit kurzem an und hatten noch keine konkrete Anfrage. Wir bekamen aber schon viele positive Reaktionen. Das Interesse ist definitiv da.»

Bauernverband steht der Idee kritisch gegenüber

Beim Luzerner Bauernverband stösst die Aktion jedoch auf Skepsis: «Ich kann das Angebot aus der Optik der Firma nachvollziehen, vom Standpunkt eines Landwirts aus gesehen jedoch nicht», sagt Geschäftsführer Stefan Heller. Wenn ein Bauer in finanzieller Bedrängnis sei und eine Kuh als Anzahlung für eine Maschine einsetzen müsse, «dann muss der betroffene Landwirt aus betriebswirtschaftlicher Sicht sowieso grundsätzlich über die Bücher», so Heller.

Verfüge ein Bauer nicht über genügend flüssige Mittel, sei eine solche Investition ohnehin fraglich: «Wenn man eine Maschine unbedingt braucht und Geldsorgen hat, dann mietet man doch eher eine Maschine oder kauft sie auf dem Occasionsmarkt.»

Es sei aber durchaus noch so, dass man nach dem trockenen Sommer teilweise noch mit Problemen zu kämpfen habe. «Die Situation hat sich durch die Niederschläge in Teilen des Kantons entschärft», sagt Heller.

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