Teurer Stallausbau: Bauern setzen auf kleinere Kühe

Aktualisiert

Teurer StallausbauBauern setzen auf kleinere Kühe

Noch zwei Jahre haben die Zentralschweizer Bauern Zeit, ihre Ställe tiergerecht einzurichten. Statt umzu­bauen, schaffen viele einfach kleinere Kühe an.

von
nop/eli
Landwirt Bruno Schuler aus Hünenberg schwört auf die kleineren Jersey-Kühe.

Landwirt Bruno Schuler aus Hünenberg schwört auf die kleineren Jersey-Kühe.

«Ist der Stall zu klein, dann stell Jersey rein!»: So wirbt der Schweizerische Jerseyzucht­verein derzeit auf seiner Website. Hintergrund ist die in zwei Jahren ablaufende Übergangsfrist zur Anpassung der Rinderställe an die neuen Tierschutzbestimmungen. «Mit einer Kleinrasse wie Jersey sind kaum Bauinvestitionen notwendig», sagt Toni Keller, Geschäftsführer des Vereins. Ein Um- oder Neubau für eine ­grössere Rasse hingegen könne bis zu einer Million Franken kosten.

Diese Rechnung machen immer mehr Bauern. Seit Anfang Jahr bekam der Verein gegen 200 Anfragen, darunter viele aus der Zentralschweiz. Hier gibt es zurzeit 1800 Jersey-Kühe – Tendenz steigend. Die Tiere von der Kanalinsel sind um rund ein Sechstel niedriger und um die Hälfte leichter als herkömmliche hiesige Rassen. ­Einwände, wonach kleinere Tiere auch kleinere Erträge abwerfen würden, kontert Keller mit höherer Effizienz bei Jersey-Kühen, etwa bei der Futter­verwertung, besseren Inhaltsstoffen bei der Milch – und damit höheren Preisen, die erzielt werden können.

Auch Landwirt Bruno Schuler aus Hünenberg ist auf diese Rasse umgestiegen und schwört auf die Vorteile der kleineren Kühe. «Seit ich auf Jersey-Kühe umgestellt habe, hat sich mein Betriebsergebnis deutlich gesteigert», so Schuler. (nop/eli/20 Minuten)

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