Bauern sind sauer auf Bundesrat Merz
Aktualisiert

Bauern sind sauer auf Bundesrat Merz

Bäuerinnen und Bauern sind empört über die Olma- Eröffnungsrede von Bundesrat Hans-Rudolf Merz, wie aus Reaktionen von Lesern und Leserinnen des «St. Galler Bauer» hervorgeht.

Sie sei «ein Affront gegen die Bauernfamilien, die ein enormes Arbeitspensum verrichten» schreiben Bauernvertreter im «St. Galler Bauer».

«Noch selten hatten wir so viele Rückmeldungen von enttäuschten und frustrierten Bäuerinnen und Bauern in unserem Kanton, wie nach dieser Ansprache», schreiben Anni Abderhalden, die Präsidentin des St. Gallischen Bäuerinnenverbands und Markus Ritter, der Präsident des St. Gallischen Bauernverbands in der jüngsten Ausgabe des «St. Galler Bauer» vom Freitag.

Nicht 60 000 Nischen

Merz hatte unter anderem gesagt, der harte Strukturwandel in der Schweizer Landwirtschaft sei unaufhaltsam. Es werde in Zukunft viel weniger Bauern brauchen; denn es gebe nicht 60 000 Nischen für 60 000 Landwirte. Er verglich die Landwirtschaft mit der Uhren- und Textilindustrie.

Der Bund sei für die Landwirtschaft nicht mehr allein zuständig. Er habe bewusst den Akteuren und dem Markt Platz gemacht. Wäre das anders, sagte Merz, verkäme der Bund langsam zur Spitex für die Landwirtschaft.

Existenzberechtigung abgesprochen

Von einem Bundesrat dürfe man staatsmännisches Denken im Interesse aller erwarten. «Es ist für uns inakzeptabel, wenn ein Bundesrat an einer Olma-Eröffnung vielen Bauernbetrieben die Existenzberechtigung abspricht und den übrigen Familienbetrieben durch Veränderung der Rahmenbedingungen die wirtschaftliche Erfolgsbasis nehmen will», schreiben Abderhalden und Ritter.

Eine der Stärken eines Bundesrats sollte vernetztes Denken sein, das Erkennen von Zusammenhängen. «Diese Eigenschaft haben wir bei den Vorstellungen zur Landwirtschaftpolitik bei Herrn Bundesrat Merz vollends vermisst», heisst es weiter.

(sda)

Deine Meinung