Aktualisiert 07.10.2014 11:36

Dank Ernte und MilchBauern verdienen dieses Jahr 12 Prozent mehr

Das Einkommen der Schweizer Bauern dürfte 2014 deutlich höher ausfallen als im letzten Jahr. Der grösste Teil der Einkünfte kommt nach wie vor vom Staat.

von
F. Lindegger

Im Jahr 2014 dürften die Einkommen der Schweizer Bauern im Schnitt 12,2 Prozent höher ausfallen als 2013, so die vorläufige Schätzung des Bundesamt für Statistik (BFS). Markus Ritter, Präsident des Schweizer Bauernverbands, ist aber nur teilweise zufrieden mit diesen Zahlen: «Obwohl ich sehr froh über diese Entwicklung bin, bleiben die Einkommen in der Landwirtschaft im Vergleich trotzdem tief.» Laut BFS lag der jährliche Arbeitsverdienst für eine (Vollzeit-)Familienarbeitskraft 2012 bei durchschnittlich 43'700 Franken.

Bauernpräsident Ritter hofft denn auch, dass die Einkommen in den kommenden Jahren weiter steigen: «Wir müssen vor allem den Jungen eine Perspektive bieten, damit sie sich wieder vermehrt für Berufe in der Landwirtschaft entscheiden.» Denn über 50 Prozent der Bauern, die einen Betrieb führten, seien über 50 Jahre alt. Und Tausende dieser Bauern hätten die Nachfolge noch nicht geregelt, so Ritter.

Gutes Erntejahr

Die Gründe für die Zunahme der landwirtschaftlichen Einkommen sind laut dem BFS vor allem bessere Ernten, die in der Schweiz rund 40 Prozent der Erträge ausmachen. Und auch bei der tierischen Produktion wird eine Steigerung um drei Prozent erwartet. Besonders ins Gewicht fallen dürfte dabei die Zunahme im Bereich der Milch- und Rindfleischproduktion. Die gesamten Erlöse der Schweizer Landwirtschaft werden für 2014 auf rund 10,6 Milliarden Franken geschätzt - 3,7 Prozent mehr als noch im Vorjahr.

Allerdings werden nicht alle Bauern mehr verdienen. Vor allem die Produzenten von Schweinefleisch dürften beträchtliche Mindereinnahmen zu verzeichnen haben. Denn die Preise für Schweinefleisch sind seit dem Sommer stark gesunken. Einer der Gründe dafür ist das schlechte Sommerwetter, das vielen die Lust aufs Grillieren verdorben hat. Das hat dazu geführt, dass nun zu viel Schweinefleisch auf dem Markt ist.

Grundsätzlich seien die Schätzungen für 2014 noch mit Vorsicht zu geniessen, so Ritter. «Die Weinernte etwa dürfte wegen der Kirschessigfliege weniger gut ausfallen als im letzten Jahr.»

Direktzahlungen bleiben wichtig

Besonders erfreut zeigt sich der Bauernpräsident darüber, dass die Erlöse höher ausfallen als die Produktionskosten: «Zum ersten Mal seit Jahren sind die Landwirte nicht mehr nur auf Direktzahlungen angewiesen, um einen Arbeitsverdienst ausweisen zu können.»

Der grösste Teil des Einkommens der Schweizer Bauern stammt aber weiterhin aus staatlichen Direktzahlungen: 2,9 Milliarden Franken dürften laut BFS im laufenden Jahr an die Landwirtschaft ausgeschüttet werden. Das wären 0,4 Prozent mehr als 2013. Insgesamt haben die Schweizer Landwirtschaftsbetriebe netto 3,3 Milliarden Franken eingenommen.

Trotz der steigenden Einkommen in der Landwirtschaft sollten die Direktzahlungen auch in den kommenden Jahren stabil bleiben, fordert Ritter: «Wir wehren uns dagegen, dass mit der neuen Agrarpolitik zusätzliche Leistungen von der Landwirtschaft gefordert werden.»

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