Pilotprojekt: Bauern zeigen sich zufrieden mit Flüchtlingen
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PilotprojektBauern zeigen sich zufrieden mit Flüchtlingen

Arbeitseinsätze von Flüchtlingen auf Bauernhöfen haben Zukunft. Jedoch braucht es eine gute Vorbereitung. Das zeigt ein dreijähriges Pilotprojekt.

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Im Rahmen des Pilotprojekts wurden zwischen 2015 und 2017 insgesamt 30 Plätze auf 17 Landwirtschaftsbetrieben mit Flüchtlingen oder vorläufig Aufgenommenen besetzt.

Im Rahmen des Pilotprojekts wurden zwischen 2015 und 2017 insgesamt 30 Plätze auf 17 Landwirtschaftsbetrieben mit Flüchtlingen oder vorläufig Aufgenommenen besetzt.

Keystone/Laurent Gillieron
Eine Auswertung der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (Hafl) zeigt, dass die Betriebsleiter mit den Teilnehmenden sehr zufrieden waren.

Eine Auswertung der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (Hafl) zeigt, dass die Betriebsleiter mit den Teilnehmenden sehr zufrieden waren.

Keystone/Laurent Gillieron
So verbesserten sich sowohl die sprachlichen als auch die beruflichen und sozialen Kompetenzen der Flüchtlinge.

So verbesserten sich sowohl die sprachlichen als auch die beruflichen und sozialen Kompetenzen der Flüchtlinge.

Keystone/Laurent Gillieron

Der Schweizerische Bauernverband (SBV) startete das Pilotprojekt «Arbeiten in der Landwirtschaft» 2015. Das Ziel war es herauszufinden, unter welchen Rahmenbedingungen anerkannte Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene vermehrt Arbeit in der Landwirtschaft finden und behalten können.

Profitieren sollten beide Seiten. Die Flüchtlinge könnten besser in der schweizerischen Arbeitswelt Fuss fassen und ein eigenes Einkommen erwirtschaften, für die Bauern wären sie willkommene inländische Arbeitskräfte.

24 von 30 Einsätzen erfolgreich abgeschlossen

Im Rahmen des Pilotprojekts wurden zwischen 2015 und 2017 insgesamt 30 Plätze auf 17 Landwirtschaftsbetrieben mit Flüchtlingen oder vorläufig Aufgenommenen besetzt, wie der SBV und das Staatssekretariat für Migration (SEM) am Mittwoch mitteilten. 24 dieser 30 Arbeitseinsätze wurden erfolgreich abgeschlossen.

Eine Auswertung der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (Hafl) zeigt, dass die Betriebsleiter mit den Teilnehmenden sehr zufrieden waren. So verbesserten sich sowohl die sprachlichen als auch die beruflichen und sozialen Kompetenzen der Flüchtlinge.

Abgelegene Lage und fehlendes Autopermis

Als Schwachstellen nennt der Schlussbericht die nationale Projektorganisation, die die Suche nach geeigneten Teilnehmenden erschwerte. Problematisch war teilweise auch die abgelegene Lage mancher Bauernhöfe, da nur die wenigsten Teilnehmenden über einen Führerschein verfügten. Auch die Einarbeitung auf dem Betrieb erwies sich als aufwendig.

Die Projektpartner ziehen daraus die Erkenntnis, dass Flüchtlinge oder vorläufig Aufgenommene, die in der Landwirtschaft arbeiten wollen, aber noch keine Praxiserfahrung haben, mit Praktika und «Projekten mit Bildungselementen» auf ihre Tätigkeit vorbereitet werden sollten. Solche Projekte sollten auf kantonaler oder regionaler Ebene durchgeführt werden, um die Koordination zu erleichtern.

(sda)

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