Frost und Minustemperaturen – Bauern zittern um ihre Obstbäume

Publiziert

Frost und MinustemperaturenBauern zittern um ihre Obstbäume

In der Nacht auf den nächsten Montag wird Frost erwartet. Dies zum Bedauern vieler Bauern und Blumenfreunde. Viele Obst- und Zierpflanzen blühen bereits. Nicht alle Blüten vertragen  Minustemperaturen.

von
Shannon Zangger
1 / 7
In der gesamten Schweiz sinken die Temperaturen in der Nacht vom Sonntag auf den Montag stark. Der Frost wird bis in tiefe Lagen erwartet.

In der gesamten Schweiz sinken die Temperaturen in der Nacht vom Sonntag auf den Montag stark. Der Frost wird bis in tiefe Lagen erwartet.

AFP
Die Schweizer Bauern zittern um ihre Ernte. Aufgrund des warmen Februars sind die frühblühenden Obstbäume bereits in voller Blüte. Es droht immenser Ernteausfall.

Die Schweizer Bauern zittern um ihre Ernte. Aufgrund des warmen Februars sind die frühblühenden Obstbäume bereits in voller Blüte. Es droht immenser Ernteausfall.

News-Scout
Zierbäume, welche zum Teil auch bereits blühen, wie hier dieser Magnolienbaum, sind auch der Gefahr ausgesetzt, dass die Blüten verfrieren.

Zierbäume, welche zum Teil auch bereits blühen, wie hier dieser Magnolienbaum, sind auch der Gefahr ausgesetzt, dass die Blüten verfrieren.

News-Scout

Darum gehts

Viele Obstbäume stehen bereits in voller Blüte. Das sorgt für ein schönes Naturbild und bringt Frühlingsgefühle. Kommendes Wochenende ist jedoch mit Frost bis in die Tiefenlage des Mittellands zu rechnen. Das bedeutet, dass Bauern und Hobby-Gärtner um ihre Blütenpracht und die daraus resultierende Obsternte bangen.

«In der Nacht von Sonntag auf Montag ist schweizweit mit Tiefstwerten von rund -5 bis -3 Grad zu rechnen, lokal und in Muldenlagen eventuell sogar noch tiefer. Weil die Temperaturen über einen Zeitraum von rund acht Stunden negativ sein dürften, kann dies besonders für ausgetriebene Pflanzen verheerend sein», sagt Michael Eichmann, Meteorologe bei Meteonews, zu 20 Minuten.

Pflanzen mit Vlies schützen

Viele haben aufgrund des warmen März ihre witterungsempfindlichen Pflanzen ins Freie gestellt. Diese können nun jedoch auch einen Schaden davon tragen. «Kälteempfindliche Kübelpflanzen werden am besten mit einem dünnen Fliess abgedeckt und so nah wie möglich an das Haus gestellt. Wichtig dabei ist, dass die ganze Pflanze abgedeckt ist», sagt Rolf Schläpfer, Chef der Roth Pflanzen AG in Kesswil TG.

Wer selbst einen Obstbaum im Garten hat, der bereits blüht, wird sich auch berufen fühlen, diesen zu schützen, damit am Ende auch ein Ertrag dabei rausspringt. «Obstbäume, die bereits blühen, kann man als Privatperson mit eingeschränkten Mitteln ebenfalls mit einem Fliess schützen. Je mehr Astpartien dabei eingepackt werden können, desto besser ist der Baum geschützt», so Schläpfer.

Frühling kommt heutzutage 14 Tage früher

Besonders von den kommenden tiefen Temperaturen gefährdet sind Kirschbäume und Aprikosenbäume. Diese blühen deutlich früher als andere Obstbäume. «Der Frühling kommt heutzutage 14 Tage früher, die kalten Nächte bleiben jedoch», sagt Jürg Vatzer vom Thurgauer Bauernverband. Das bringt die Bäume dazu, deutlich früher zu blühen, und sie sind diesen kalten Frühjahresnächten ausgeliefert. «Aprikosenkulturen waren vor 20 Jahren noch nicht denkbar. Die ansteigenden Temperaturen haben die Anzucht erst möglich gemacht», so Jürg Vatzer.

Bauern bangen um Ernte

Ein lokaler Bauer befürchtet bei seinen Aprikosen bereits einen Ausfall. «Wenn die Nacht auf den Montag wirklich so kalt ausfällt, werde ich kaum so schnell was unternehmen können», so der Obstbauer. Den wirtschaftlichen Schäden könne man jedoch mit den richtigen Geräten entgegenwirken. Mit sogenannten Wärmekerzen. «Diese Wärmekerzen werden in die Kulturen gestellt und brennen über Nacht, um die Blüten zu schützen. Das ist jedoch nur eine Notfallmassnahme und macht nur für eine bis zwei Nächte wirtschaftlich Sinn», sagt Andreas Widmer vom Bauernverband St. Gallen. 

Ostschweiz-Push


Abonnieren Sie den Push des Ostschweiz-Kanals. So verpassen Sie nichts aus dieser Region: Seien es kuriose Nachrichten, tragische Schicksale oder herzerwärmende Good News.


Und so gehts: Installieren Sie die neuste Version der 20-Minuten-App. Tippen Sie rechts oben auf das Menüsymbol, dann auf das Zahnrad. Wenn Sie dann nach oben wischen, können Sie unter Regionen den Push für den Ostschweiz-Kanal aktivieren.

Deine Meinung

8 Kommentare