Aktualisiert 23.09.2011 20:28

Anoplophora glabripennisBaumkiller macht sich im Sensebezirk breit

Alarm im Bundesamt für Umwelt: Im Kanton Freiburg ist einer der schädlichsten Organismen der Welt entdeckt worden – der schwarz-weiss gemusterte Asiatische Laubholzbock-Käfer.

von
A. Hirschberg

Er wird 20 bis 35 Millimeter gross, stammt auch China und gilt als einer der schädlichsten eingewanderten Organismen der Welt: Der Asiatische Laubholzbock ist eine Bedrohung für Alleen, Gärten und Pärke, denn der schwarze Käfer mit den weissen Tupfen tötet innert weniger Jahre gesunde Bäume.

Im Bundesamt für Umwelt ist man sehr besorg, denn nun hat eine Privatperson im Sensegebiet im Kanton Freiburg den gefährlichen asiatischen Käfer entdeckt. «Wann und wie er dorthin kam, wissen wir noch nicht», sagt Mediensprecherin Rebekka Reichlin vom Bundesamt für Umwelt. Ein Spezialist von der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) fand darauf noch einen weiteren Käfer und Eiablagen.

Mögliche Käfer einfangen und einschicken

Nun untersuchen Spezialisten die Bäume und Hecken im Sensegebiet, um zu klären, wie gross der Befall ist. Die Bevölkerung wird zudem mittels Flugblatt über den Laubholzbock informiert. «Wer einen solchen Käfer findet, soll ihn einfangen, in ein Einmachglas stecken und einfrieren», so Reichlin. Das tote Insekt soll dann mit genauen Fundangaben an die WSL geschickt werden, wo die Art bestimmt wird.

Der Fund im Sensebezirk kommt nicht ganz unerwartet. Bereits im Juli dieses Jahres war der Bund alarmiert worden. In Weil am Rhein D, direkt an der Schweizer Grenze, wurden Bäume vom Laubholzbock befallen. Schon damals waren auch Schweizer Pflanzenschutz-Experten unterwegs, um die Schäden an den Bäumen zu begutachten und die Bäume in Basel zu untersuchen.

Käfer fressen sich tief ins Innere des Baumes

«Die Transporteure und Spediteure wurden angehalten, ihre Transportkisten auf einen möglichen Käferbefall zu überprüfen und Funde sofort zu melden», fügt Reichlin an. Denn man geht davon aus, dass der Schädling in Holztransportboxen von Steinen aus China nach Europa eingeschleppt wird.

Bei einem Befall legen die erwachsenen Tiere ihre Eier unter die Rinde von Laubbäumen wo sie sich in Larven verwandeln. Die Larven fressen sich dann in kreisenden Bewegungen zwei bis drei Zentimeter tief in den Baum hinein und verpuppen sich. Als junge Käfer bleiben die Insekten im Baum, graben sich für den «Reifungsfrass» tief ins Innere hinein und zerstören das Gefäss-System des Baumes.

Quarantäne-Zonen eingerichtet

In Nordamerika, wo der Käfer 1996 zum ersten Mal entdeckt worden war, mussten schon tausende Bäume gefällt werden. Der Laubholzbock ist dort eines der gefährlichsten importierten Insekten und hat bisher jährliche Schäden von schätzungsweise 3.5 Milliarden Dollar verursacht.

In den städtischen Regionen an der Ostküste Nordamerikas sind 30 bis 35 Prozent der Bäume gefährdet, darunter auch die Hartholz- und die Ahorn-Sirup-Industrie, was zu tiefgreifenden wirtschaftlichen Einschnitten führen könnte. Um die Ausbreitung zu stoppen, wurden Quarantäne-Zonen eingerichtet, aus denen kein Holz ohne spezielle Inspektion wegtransportiert werden darf. Befallene Bäume werden verbrannt und die Käfer mit Insektiziden bekämpft.

Welche weiteren Massnahmen in der Schweiz zur Bekämpfung des Laubholzbocks eingeleitet werden, ist im Moment noch offen. «Wir müssen zuerst wissen, wie und woher der Schädling eingeschleppt worden ist und welches Ausmass der Befall hat. Anschliessend entscheidet der Eidgenössische Pflanzenschutzdienst zusammen mit dem Kanton über die Bekämpfungsmassnahmen», so Reichlin. Befallene Bäume müssten in jedem Fall gefällt und vernichtet werden.

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