Aktualisiert 02.11.2011 20:30

Quarantäne

Baumkiller-Wespe nun auch im Seeland

Alarm im Seeland: Weil eine fremde Wespe eingeschleppt wurde, die Marronibäume befällt, steht nun eine ganze Region unter Quarantäne.

von
Bigna Silberschmidt
Stefan von Dachs Baumschule wurde von Gallwespen heimgesucht.

Stefan von Dachs Baumschule wurde von Gallwespen heimgesucht.

Die Insekten sind nicht mal drei Millimeter gross, für Marronibäume jedoch der schlimmste tierische Schädling: Im Berner Seeland sind erstmals Gallen von Edelkastaniengallwespen entdeckt worden. Ist ein Baum befallen, verkümmert er langsam.

Fündig wurden Kontrolleure Ende August bei importierten Jungpflanzen der Lysser Baumschule von Dach AG, wie das «Bieler Tagblatt» berichtet. «Mehrere kleinere Bäume waren befallen. Wir mussten sie sofort vernichten», so Geschäftsführer Stefan von Dach. Doch damit ist das Problem nicht gelöst: Weil die Wespe auch umliegende Kastanienbäume gefährdet, hat der Eidgenössische Pflanzenschutzdienst 15 Kilometer rund um den Befallsherd Quarantäne angeordnet. «Konkret heisst dies, dass sowohl für Baumschulen als auch für Private bis auf weiteres eine Handelssperre herrscht», so Mitarbeiter Alfred Klay.

Da die Wespen schon ausgeflogen waren, als die Gallen entdeckt wurden, wird das ganze Ausmass des Schadens laut Klay erst im Frühling klar. Beat Forster von der Eidge­nössischen Forschungsanstalt WSL ist realistisch: «Sind viele Kastanien betroffen, ist das Insekt kaum noch auszurotten.» Insofern bleibe nur zu hoffen, dass sich der Befall in Grenzen halte.

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