Baustreit: Scharfe Kritik aus den eigenen Reihen
Aktualisiert

Baustreit: Scharfe Kritik aus den eigenen Reihen

Der Präsident des Baumeisterverbands gerät wegen des Vertrags-Desasters im Baugewerbe unter Druck. Die Delegierten hätten nicht gewusst worüber sie abstimmten, kritisiert der grösste Baukonzern der Schweiz, die Implenia.

Der Zentralvorstand habe sich von den Delegierten den Auftrag geholt um Nachverhandlungen zu führen, führte Implenia-Chef Christian Bubb in der «Tagesschau» des Schweizer Fernsehens aus. «Es wurde abgestimmt: Sollen wir nachverhandeln oder nicht», sagte Bubb.

Er beruft sich dabei auf einen Passus, den die Parteien in ihrer Vereinbarung unter Mediator Nordmann am 21. Dezember ausgehandelt haben. Darin heisst es, dass das Verhandlungspaket gesamthaft zur Abstimmung kommen müsse. Werde nur ein Teil genehmigt oder abgelehnt, sei das ganze Paket hinfällig. Dessen seien sich die Delegierten nicht bewusst gewesen. Die Implenia macht den Präsidenten des Baumeisterverbands für den Scherbenhaufen nach der Delegiertenversammlung verantwortlich.

Werner Messmer, Zentralpräsident des Baumeisterverbands, wehrt sich gegen die Vorwürfe, die Delegierten hätten gar nicht gewusst, worüber sie abstimmten. «Das Diskussionsprozedere wurde vor der Abstimmung festgelegt. Und zweitens fragte ich vor der Abstimmung "Wer will das Verhandlungspaket ablehnen" und 91 Delegierte hoben die Karte. Die Frage war klar.»

Deine Meinung