Aktualisiert 29.02.2020 14:44

Super-G La Thuile

Suter sucht den Stock und wartet auf die Kugel

Die Schwyzerin wird im Super-G von La Thuile Dritte - Federica Brignone holt in der Disziplinenwertung auf.

von
rha

Sie griff noch einmal nach hinten mit der linken Hand, dann ein nächstes Mal. Ein Tor zischte vorbei an Corinne Suter, ein zweites, ein drittes, ein viertes, den ganzen Mittelteil über kriegte sie ihren Stock nicht mehr zu fassen. Diese Armverlängerung für eine Skirennfahrerin, sie baumelte nur am Handgelenk. Erst kurz vor dem Ziel dieses schwierigen Super-G in La Thuile, bei dem sich Licht und Schatten, knallharte eisige Unterlage und fast schon sulzige abwechselten, hatte sie den Stock wieder im Griff. Entsprechend staunte Suter, als sie im Ziel ankam und nicht nur eine grüne Zeit aufleuchten sah, sondern auch diese Zahl: -1,22. So viel war sie trotz der lästigen Sucherei schneller als Michelle Gisin.

Zum zweiten Sieg in einem Super-G nach dem Triumph in Garmisch-Partenkirchen aber reichte es nicht für die 25-jährige Schwyzerin. Dritte wurde sie hinter der Österreicherin Nina Ortlieb und der Italienerin Federica Brignone. Mickrige sieben Hundertstel fehlten auf die Siegerin. Und hinter ihr glänzten auch die anderen Schweizerinnen. Joana Hählen, Wendy Holdener und Lara Gut-Behrami, zuletzt in Crans-Montana Zweifachsiegerin der Abfahrten, bildeten ein Dreigespann zwischen den Rängen 8 und 10. Für Gisin reichte es zu Rang 12.

Brignone, einzig verbliebene Gegnerin

Suter lieferte im Aostatal derweil den nächsten Beweis dafür, wie überragend ihre Form derzeit ist, wie perfekt sie die Mischung gefunden hat zwischen Ski laufen lassen und dann konsequent auf der Ideallinie zu fahren, wenn es nötig ist. Es ist, was sie früher zu selten fand. Zwei Podestplätze hatte sie vor diesem Winter. Nun ist Suter bei neun angelangt, darunter die Siege in der Abfahrt von Zauchensee und im Super-G von Garmisch-Partenkirchen.

Die Abfahrtskugel hat sie sich als erste Schweizerin seit Chantal Bournissen bereits gesichert. In der Saison 1990/91 war es, als die Walliserin die beste Abfahrerin war, vor 29 Jahren also. Ob Suter auch zur vierten Schweizerin nach Lara Gut-Behrami, Michela Figini und Maria Walliser wird, die als stärkste Super-G-Fahrerin ausgezeichnet wird, steht indes noch nicht fest. Brignone, die einzig verbliebene Gegnerin in dieser Wertung, machte 20 Punkte gut und liegt vor dem letzten Super-G der Saison beim Final in Cortina d'Ampezzo nur noch deren 19 hinter der Schweizerin.

Weltcup-Super-G der Frauen: 1. Ortlieb (AUT) 1:11,72. 2. Brignone (ITA) 0,01 zurück. 3. Suter (SUI) 0,07. 4. Vlhova (SVK) 0,39. 5. Bassino (ITA) 0,51. 6. Ledecka (CZE) 0,55. 7. Curtoni (ITA) 0,78. 8. Hählen (SUI) 0,82. 9. Holdener (SUI) 0,95. 10. Gut-Behrami (SUI) 0,98. – Ferner: 12. Gisin (SUI) 1,29. 14. Weirather (LIE) 1,51. 16. Flury (SUI) 1,73. 18. Nufer (SUI) 1,84. 20. Schmidhofer (AUT) 1,87. 40. Kopp (SUI) 3,67.

Super-G (6/7): 1. Suter 360. 2. Brignone 341. 3. Schmidhofer 217. 4. Gut-Behrami 209. 5. Venier (AUT) 205. 6. Ortlieb 191. – Ferner: 13. Hählen 130. 15. Holdener 111. 16. Weirather 97. 17. Gisin 92. 27. Nufer 50. 29. Flury 45.

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