Schweizer Wirtschaft: Bauwirtschaft im Hoch, Hotellerie im Tief
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Schweizer WirtschaftBauwirtschaft im Hoch, Hotellerie im Tief

Die Auftragsbücher im Schweizer Bausektor sind so gut gefüllt wie selten und ein Ende des Booms ist nicht in Sicht. Das Gastgewerbe dagegen läuft schlecht, Stellenabbau ist ein Thema.

Im Baugewerbe wachsen die Bäume noch in den Himmel.

Im Baugewerbe wachsen die Bäume noch in den Himmel.

Die Schweizer Unternehmen beurteilen ihre Lage trotz der Probleme im Euroraum und der Abkühlung in Asien weiterhin als relativ günstig. Laut einer Umfrage der Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH Zürich befindet sich die Schweizer Wirtschaft in Wartestellung.

Die Situation sei stabil, die Bautätigkeit und der Konsum bildeten auch in den nächsten Monaten ein solides Fundament für Wirtschaftswachstum, sagte KOF-Ökonom Klaus Abberger an einer Medienkonferenz am Donnerstag in Zürich.

Überflieger Bausektor

Der Überflieger der Schweizer Wirtschaft bleibt der Bausektor: die sehr gute Geschäftslage hat sich abermals verbessert. Die kleine Delle vom Jahresbeginn sei ausgebügelt, sagte Abberger. Die Auftragsbücher seien so gut gefüllt wie selten. Und ein Ende des Booms ist im Urteil der Baufirmen nicht in Sicht.

Die Geschäftslage werde von den gut 6300 im Juli befragten Unternehmen insgesamt zwar nicht als prächtig, aber als befriedigend bis gut bezeichnet. Die meisten Firmen erachten auch den Personalbestand als angemessen. Grössere Einschnitte oder Aufstockungen sind nicht geplant.

Ausnahme Gastgewerbe

Eine Ausnahme bildet das Gastgewerbe, wo die Umsätze sowohl bei Hotels als auch bei Restaurants nochmals gesunken und die Erwartungen pessimistisch sind. Hier werden anders als in den restlichen Branchen auch vermehrt Stellenreduktionen erwogen.

Leicht restriktiver sind die Personalplanungen in der Industrie, wo die Kapazitätsauslastung mit 80,7 Prozent klar unter den langjährigen Durchschnitt von 83 Prozent gesunken ist. Die Geschäftslage verschlechterte sich leicht, vorab bei Herstellern von Vorprodukten und Investitionsgütern.

Frankenstärke erreicht Binnenmarkt

Abberger berichtete, vermehrt spürten nicht nur exportorientierte Firmen Konkurrenzdruck, sondern auch solche, die auf den Heimmarkt ausgerichtet sind. Denn ausländische Firmen geben Wechselkursvorteile weiter und senken die Verkaufspreise in Franken. Neben den Endkunden profitieren auch Schweizer Firmen von billigeren ausländischen Zulieferern.

Trotz Einkaufstourismus hat sich die Geschäftslage im Detailhandel verbessert. Die überhöhten Lagerbestände haben abgenommen, zudem sind die Detailhändler zuversichtlicher für die nahe Zukunft.

Auch im Finanzsektor hat sich die Lage verbessert. Die Versicherer suchen zusätzliche Mitarbeitende. Aber auch bei den Banken haben sich die Beschäftigungsperspektiven etwas aufgehellt. Die Geschäftsaussichten sind weiterhin positiv, allerdings nicht mehr ganz so ausgeprägt wie bei der letzten Umfrage im April.

(sda)

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