Pharmabranche: Bayer vor Milliardendeal in Norwegen

Aktualisiert

PharmabrancheBayer vor Milliardendeal in Norwegen

Der deutsche Chemie- und Pharmakonzern will den norwegischen Krebsmittelspezialisten Algeta kaufen.

Bayer will 2,2 Milliarden Franken für Algeta zahlen.

Bayer will 2,2 Milliarden Franken für Algeta zahlen.

Bayer plant eine Milliardenübernahme in Norwegen. Der angebotene Kaufpreis beträgt laut Algeta 336 Kronen je Aktie. Das entspricht einem Aufschlag von 27 Prozent zum Schlusskurs am Montag. Damit würde das norwegische Unternehmen mit umgerechnet rund 2,2 Mrd. Fr. bewertet. Es sei aber nicht sicher, dass das Angebot auch zu einer Übernahme führen werde, erklärte Algeta.

Bayer und Algeta arbeiten bereits seit 2009 bei Entwicklung und Vermarktung des Hoffnungsträgers Xofigo zusammen: Das Mittel wurde jüngst in der EU zur Behandlung von Prostatakrebs-Patienten mit Knochenmetastasen zugelassen. In den USA ist das Medikament schon auf dem Markt.

Das Präparat zählt zu den fünf wichtigsten neuen Arzneien von Bayer. Konzernchef Marijn Dekkers traut Xofigo - alle Therapiefelder zusammengenommen - mehr als eine Milliarde Euro Umsatz im Jahr zu. Xofigo gibt radioaktive Alphastrahlung ab und soll so gezielt gegen Krebszellen in den Knochen wirken.

Auf Wachstumskurs

Algeta brachte die Vermarktung von Xofigo im dritten Quartal einen kräftigen Schub. In den ersten neun Monaten konnte das Unternehmen den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr auf 570 Millionen norwegische Kronen (85 Mio. Franken) verdreifachen und war dabei operativ profitabel. Das Unternehmen hatte zudem Ende September 1,47 Milliarden Kronen (219 Mio. Franken) in der Kasse.

Die Firmenzentrale befindet sich in Oslo. In den USA besitzt das Unternehmen eine Vertriebstochter, die von Cambridge aus operiert. Total beschäftigt das Unternehmen 175 Mitarbeitende.

An der Börse in Oslo schoss die Algeta-Aktie um mehr als 30 Prozent auf 345,5 Kronen in die Höhe und übertraf damit den Preis in der Offerte. Investoren rechnen offenbar damit, dass die 336 Kronen noch nicht das letzte Wort sind. Die Aktie von Bayer lag nur 0,4 Prozent im Plus. «Eine Übernahme macht strategisch Sinn», sagte ein Börsianer. Ein anderer hält die Bewertung für zu hoch. (sda)

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