Bayer will Schering ganz schlucken
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Bayer will Schering ganz schlucken

Der deutsche Chemie- und Pharmakonzern Bayer will den Rivalen Schering komplett übernehmen. Bayer hat seine milliardenschwere Offerte nun auch offiziell vorgelegt.

Die Annahmefrist für das Angebot von 86 Euro in bar an die Schering-Aktionäre ende am 31. Mai um Mitternacht (MESZ), teilte Bayer in Leverkusen mit. Eine weitere Annahmefrist laufe dann vom 9. bis 22. Juni, sollte bereits bis zum 31. Mai die Mindestannahmeschwelle von 75 Prozent erreicht worden sein.

Unverändertes Angebot

Die Offerte vom Donnerstag liege um etwa 39 Prozent über dem Schlusskurs der Schering-Aktie vor dem Auftreten erster Übernahmespekulationen. «Für die Schering-Aktionäre lohnt es sich also, unser Angebot anzunehmen», warb Bayer-Chef Werner Wenning bei den Aktionären des Berliner Traditionsunternehmens. Am Donnerstagmorgen lag der Kurs der Schering-Aktie indes nur 2 Cent unter dem Bayer-Angebot.

Bayer will Schering in der grössten Übernahme seiner mehr als 142-jährigen Firmengeschichte für insgesamt 16,5 Mrd. Euro schlucken. Die höhere Wert im Vergleich zu den bislang genannten 16,3 Mrd. Euro sei im wesentlichen eine Folge der bei Schering laufenden Mitarbeiter-Optionsprogramme, teilte Bayer mit.

Vollständige Übernahme

Ziel sei es, Schering zu 100 Prozent zu übernehmen. Bayer erwäge, Schering von der Börse zu nehmen. Dies gelte für die Schering-Aktie an der Deutschen Börse, aber auch eine Dekotierung von Schering in der Schweiz und in den USA sei möglich.

Bayer macht Schering in der Übernahmeofferte auch Zugeständnisse: Die künftig unter «Bayer-Schering-Pharma» firmierende Sparte mit einem Jahresumsatz von mehr als 9 Mrd. Euro soll künftig am Schering-Stammsitz Berlin angesiedelt werden.

Allerdings sind bei der Übernahme rund 6000 Stellen gefährdet. Weltweit kommen beide Unternehmen in ihren Gesundheitssparten auf zusammen rund 60 000 Beschäftigte.

Der Bayer-Konzern war Schering am 23. März als so genannter Weisser Ritter zur Seite gesprungen, um eine vom Darmstädter Pharmaunternehmen Merck betriebene feindliche Übernahme abzuwehren. Mit 86 Euro pro Schering-Aktie hatte Bayer das Merck-Angebot von 77 Euro deutlich überboten.

(sda)

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