Aktualisiert 30.05.2006 09:23

Bayern-Bär ist der Bruder von Lumpaz

Bei dem Braunbären im österreichisch- bayerischen Grenzgebiet handelt es sich um das Tier «JJ1» aus Italien. Es ist der Bruder des letztes Jahr in der Schweiz beobachteten Bären.

Das hat ein genetischer Vergleich von Bärenhaaren ergeben, wie das bayerische Umweltministerium am Dienstag in München mitteilte. Damit sehen sich bayerische Experten in ihrer Einschätzung bestätigt, dass es sich um einen Problembären handle.

Denn Bärenmutter «Jurka» und ihr zweiter Sohn «JJ2» seien wegen mangelnder Scheu vor menschlichen Siedlungen ebenfalls bereits aufgefallen, sagte ein Ministeriumssprecher. Die Gen-Analyse war von Wissenschaftern in Italien erstellt worden.

Sohn von «Jose» und «Jurka»

«JJ1» ist der erste Sohn von Bärenvater «Jose» und von «Jurka». Sein Name ergibt sich aus den beiden Anfangsbuchstaben der Eltern und der Nummerierung. Er hatte in Bayern mehrere Schafe gerissen und war auch in einen Hühnerstall eingedrungen.

Das bayerische Umweltministerium stufte das Tier als gefährlich ein und gab es zum Abschuss frei. Auch in Teilen Tirols wurde der Bär zum Abschuss freigegeben. Natur- und Tierschützer protestierten dagegen. Experten der Umweltstiftung WWF versuchen weiter, das Tier mit einer Falle einzufangen.

Bruder von «Schweizer Bär»

«JJ1» (gesprochen «dscheidschei»-one) ist der Bruder von «JJ2». «JJ2», der «Schweizer Bär» mit Namen Lumpaz, hatte sich letzten Sommer zwei Monate im Münstertal und Engadin aufgehalten. Von «JJ2» fehlt seit Ende September letzten Jahres jede Spur.

Die Bärenjungen haben offenbar von der Mutter gelernt, sich menschlichen Ansiedlungen zu nähern. Von der Mutter sind die Bären nach Angaben von Experten auch dahingehend konditioniert worden, dass sie niemals an eine Stelle zurückkehrten, an der sie ein anderes Tier gerissen hätten. Das mache die Gefangennahme schwer. (sda)

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