Vor ManCity-Hit: Bayern-Captain Lahm kritisiert Sammer scharf
Aktualisiert

Vor ManCity-HitBayern-Captain Lahm kritisiert Sammer scharf

Attacke mit Verspätung: Zwei Wochen nach der öffentlichen Kritik von Bayern Münchens Sportvorstand Matthias Sammer (46) schlägt sein Captain Philipp Lahm (29) verbal zurück.

von
Andy Huber

Die Stimmung beim Tross der Münchner vor dem Abflug nach Manchester, wo der deutsche Rekordmeister am Mittwoch in der Champions League auf ManCity trifft, war nicht gerade zum Besten bestellt. Grund dafür waren Aussagen von Bayern-Captain Philipp Lahm im Wochenmagazin «Zeit», wo er Sportvorstand Matthias Sammer für seine Wutrede scharf kritisierte. Sammer hatte vor zwei Wochen trotz des 2:0-Sieges gegen Hannover gepoltert: Das Team «spiele lethargisch», leiste Dienst «nach Vorschrift». Nun holte Lahm zum verbalen Konter aus. Wenn ein Verantwortlicher das Gefühl habe, das Team kritisieren zu müssen, «dann soll der das doch bitte intern machen».

«Man muss Emotionen zurückhalten können.»

Der deutsche Internationale (101 Länderspiele) setzte noch einen drauf: «Es dauert, bis man ein Gefühl dafür entwickelt, wann der richtige Zeitpunkt für diese Form gekommen ist und in welchem Ton man das macht. Im Moment der Kritik muss man die Emotionen zurückhalten können. Wenn der Chef zu emotional ist, dann verliert der irgendwann. Dann ist er nicht mehr so glaubwürdig.»

Lahm lässt bei seiner Replik auch einen Blick hinter die Kulissen zu, wenn er verrät, dass öffentliche Kritik im Spielerkreis «nicht die ganz grosse Rolle spiele». Lahm, der den Namen Sammer explizit nicht in den Mund nahm, aber keinen Zweifel daran liess, wohin seine Giftpfeile gerichtet waren, spannte den Bogen noch weiter: «Wenn wir Spieler merken, dass die Verantwortlichen das Scheinwerferlicht nicht brauchen, dann kriegen sie von uns uneingeschränkte Rückendeckung.» Für Spieler sei es wichtiger, wie eine Führungsfigur im Verein nach innen agiere: «Ein guter Trainer und Captain moderiert, er diktiert nicht. Schon gar nicht mit Hilfe der Öffentlichkeit.»

Sammer will die Kritik von Lahm nicht kommentieren

Lahm erwähnte bei seiner (öffentlichen) Kritik an Sammer nicht, dass er vor drei Jahren in einem bemerkenswerten Interview seinen Arbeitgeber für dessen Transferpolitik kritisiert und dafür eine Busse von 50'000 Euro zahlen musste. Ob er jetzt wieder ein mediales Eigentor erzielt hat, wird sich weisen.

Und wie reagierte der sonst so redselige Sammer, der nach seinem Wutausbruch bereits von Bayern-Präsident Uli Hoeness und Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge gerüffelt worden war, auf den Heckenschuss? «Man muss ja nicht immer was sagen. Ist egal. Alles in bester Ordnung», behielt der ehemalige Dortmund-Profi am Flughafen die Contenance. Ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis der «Vulkan» Sammer wieder ausbricht.

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