Lustiger Klopp-Vergleich: «Bayern ist wie der Bösewicht bei 007»
Aktualisiert

Lustiger Klopp-Vergleich«Bayern ist wie der Bösewicht bei 007»

Für BVB-Trainer Jürgen Klopp sind die Rollen vor dem CL-Final in London klar verteilt. Dortmund ist der gute Kämpfer für die Gerechtigkeit, Bayern der Bösewicht, der die Welt erobern will.

von
pre

Jürgen Klopp kann es nicht lassen: Den Champions-League-Final vom kommenden Samstag vor Augen schickt der Erfolgscoach von Borussia Dortmund fast täglich kleine Giftpfeile in Richtung Bayern München. Dem Meistermacher von 2011 und 2012 stösst das ungebührliche Verhalten des Liga-Krösus in den Fällen Mario Götze und Robert Lewandowski nämlich noch immer sauer auf.

Für Klopp ist deshalb klar, wem die neutralen Fans im «German Endspiel» die Daumen halten. «Ich denke, in diesem Moment muss die Fussball-Welt auf unserer Seite sein», sagt Klopp im Interview mit dem «Guardian».

Wie bei James Bond

«Wir sind ein Klub, keine Firma. Aber es hängt davon ab, welche Story dem neutralen Fan besser gefällt. Wenn er die Erfolge der Bayern seit den 70er-Jahren wertschätzt, ist er auf ihrer Seite. Aber wenn er die neue Story will, die spezielle Geschichte, muss er für Dortmund sein», erläutert Klopp und wartet dann mit einem gewagten Vergleich auf. «Es ist wie bei James Bond - ausser, dass sie der andere Kerl sind.» Der «Guardian» präzisiert, was mit «der andere Kerl» gemeint ist: «Der Bösewicht».

Vor allem die Vorgehensweise bei den Transfers der Bayern stört Klopp gewaltig. «Wir sind kein Supermarkt», ereifert sich der BVB-Trainer. «Aber sie wollen unsere Spieler, weil sie wissen, dass wir ihnen nicht die gleichen Löhne zahlen können. Denn wir wollen seriös und sensibel mit unserem Geld umgehen.» Doch der Fokus liege nun erst mal auf dem Final im Wembley. «Das ist das grösste Spiel in meinem Leben, ein Märchen.» Und natürlich hofft Klopp, dass die Partie auch wie ein Märchen endet. Der Held besiegt den Bösewicht.

Sammer stichelt zurück

Doch so leicht gibt sich der Bösewicht nicht geschlagen. Auch nicht im verbalen Schlagabtausch. «Die ganze Welt hinter sich zu wähnen, ist auch eine Form der Bescheidenheit», antwortetet Bayern-Sportvorstand Matthias Sammer bei Sport1. Zudem stichelt der frühere Dortmund-Captain, dass Klopp seine Wettschulden bei den Bayern bisher noch nicht eingelöst hat.

Im Vorfeld des CL-Halbfinal-Duells der Münchner gegen den FC Barcelona hatte Klopp gesagt, er würde seinen «Arsch darauf verwetten», dass Sammer mit dem ehemaligen Barça- und künftigen Bayern-Trainer Pep Guardiola sprechen werde. «Ich kann hier sagen, wir haben nicht telefoniert», sagt Sammer. Also auch nicht indirekt. Da hat einer sein Hinterteil darauf verwettet - aber wo ist es denn? Es gab keinen Anruf.»

Wetten, dass der verbale Kleinkrieg bis zum Anpfiff am kommenden Samstag weitertobt?

BVB-Trainer würde für den Champions-League-Sieg fürstlich belohnt werden. Gemäss der «Bild»-Zeitung soll er im Erfolgsfall eine kassieren. Mit «nur» der Hälfte dieser Summe müssten sich die Spieler zufrieden geben. Bei den Bayern dürfte es gar noch etwas mehr sein: Allein die zwei Siege im Halbfinal gegen Barcelona brachten den Spielern 200'000 Euro ein. (pre)

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