Bundesliga: Bayern mit Rekord-Titel, Tumulte in Stuttgart
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BundesligaBayern mit Rekord-Titel, Tumulte in Stuttgart

Das 2:1 in Ingolstadt bringt den Münchnern die vierte Meisterschaft in Folge und die 26. insgesamt. Beim abstiegsbedrohten VfB liegen die Nerven blank.

Vier Tage nach dem bitteren Abgang von der europäischen Bühne gegen Atlético Madrid vollendete der deutsche Rekordmeister, was sich schon lange abgezeichnet hatte: Er sicherte sich mit einem 2:1 in Ingolstadt den 26. Titel der Clubgeschichte. Es ist zudem der vierte in Serie, was einem Bundesliga-Novum gleichkommt. Dass die Bayern die Meisterschaft auswärts entscheiden, hat schon fast Tradition. Es ist bereits der zehnte Triumph hintereinander, den sie in einem fremden Stadion realisierten. Vor eigenem Anhang gelang dies letztmals vor 16 Jahren.

Der designierte Torschützenkönig Robert Lewandowski sorgte mit einer Doublette in der ersten Halbzeit für einen standesgemässen Sieg der Bayern. Mit seinen Ligatoren 28 und 29 schwang sich der Pole zugleich zum treffsichersten Ausländer der Bundesliga-Geschichte auf. Er stellte die Marke von Schalkes Klaas-Jan Huntelaar aus der Saison 2011/12 ein.

Stuttgart in arger Not

Durch Frankfurts dritten Sieg in Folge – ein 1:0 gegen Borussia Dortmund – spitzte sich die Lage des VfB Stuttgart zu. Die Schwaben verloren gegen Mainz 1:3 und liegen vor letzten Spieltag auf dem vorletzten Platz, zwei Punkte hinter Bremen (0:0 gegen Köln) auf dem Relegationsplatz und drei Punkte hinter Frankfurt, das ein um sechs Tore besseres Torverhältnis aufweist. Bremen empfängt am letzten Spieltag Frankfurt, Stuttgart tritt bei Wolfsburg an. Hoffenheim (0:1 in Hannover), Augsburg (1:1 in Schalke) und der HSV (0:1 gegen Wolfsburg) sind gerettet.

Die Fans der Schwaben zeigten sich wenig erfreut über die Niederlage. Hunderte stürmten nach dem Abpfiff den Rasen. Die Verlierer flüchteten zunächst, stellten sich später aber dem wütenden Mob. Die teilweise bedrohlichen Szenen endeten nach einer längeren Aussprache mit den Spielern glimpflich. «Ich kann die Fans verstehen. Wir sind dafür verantwortlich. Ich bin sprachlos, es tut mir leid für die Fans. Ich habe dem Verein viel zu verdanken. Ich habe heute auch Fehler gemacht. Es tut mir leid», sagte Kevin Grosskreutz in einem Interview mit Sky und weinte dabei.

Gladbach kann mit CL-Quali planen

Borussia Mönchengladbach feierte mit dem 2:1 gegen Leverkusen den siebten Heimsieg in Folge und wird in der kommenden Saison die Chance erhalten, sich erneut für die Champions-League-Gruppenphase zu qualifizieren. Selbst eine Niederlage zum Bundesliga-Abschluss am kommenden Samstag in Darmstadt würde mit Sicherheit ohne Konsequenzen bleiben. Die Konkurrenz, Schalke, Mainz und Hertha Berlin, liegt drei Punkte zurück und weist ein um elf und mehr Treffer schlechtere Tordifferenz auf.

Gegen das bereits für die Champions League qualifizierte Leverkusen schwang sich André Hahn zum Matchwinner auf. Ihm gelangen kurz vor der Pause und elf Minuten vor Schluss die beiden Tore der Gastgeber, die in der 20. Minute in Rückstand geraten waren. Entscheidend war für die Gladbacher auch, dass Hertha Berlin daheim gegen Darmstadt (1:2) die vierte Niederlage in Folge kassierte und Schalke 04 den 1:0-Vorsprung gegen Augsburg nicht über die Zeit brachte. Die Augsburger glichen in der 90. Minute aus, nachdem Klaas-Jan Huntelaar acht Minuten zuvor den vermeintlichen Siegtreffer erzielt hatte.

Mainz in der Europa League

Hertha Berlin, Schalke und Mainz werden in der Europa League antreten. Was für die Schalker und die noch vor einigen Runden sicher auf Champions-League-Kurs liegenden Berliner eine Enttäuschung darstellt, ist für die von Martin Schmidt trainierten Mainzer ein grosser Erfolg. Beim 3:1 in Stuttgart kehrten die Gäste einen frühen 0:1-Rückstand dank Toren von Yunus Malli, Jhon Cordoba und Karim Onisiwo. Zum 2:1 des Kolumbianers Cordoba in der 53. Minute lieferte Fabian Frei die schöne Vorarbeit.

Ingolstadt - Bayern München 1:2 (1:2)

15'617 Zuschauer. - Tore: 15. Lewandowski (Foulpenalty) 0:1. 32. Lewandowski 0:2. 42. Hartmann (Foulpenalty) 1:2.

Mönchengladbach - Leverkusen 2:1 (1:1)

54'010 Zuschauer. - Tore: 20. Aranguiz 0:1. 43. Hahn 1:1. 79. Hahn 2:1. - Bemerkungen: Mönchengladbach mit Sommer, Xhaka und Elvedi. Leverkusen mit Mehmedi (ab 81.).

Eintracht Frankfurt - Dortmund 1:0 (1:0)

51'500 Zuschauer. - Tor: 14. Aigner 1:0. - Bemerkungen: Frankfurt ohne Seferovic (gesperrt). Dortmund mit Bürki.

1. FC Köln - Bremen 0:0

50'000 Zuschauer. - Bemerkungen: Bremen ohne Ulisses Garcia (nicht im Aufgebot).

Hamburg - Wolfsburg 0:1 (0:0)

57'000 Zuschauer. - Tor: 73. Luiz Gustavo 0:1. - Bemerkungen: Hamburg mit Djourou, ohne Drmic (verletzt). Wolfsburg ohne Benaglio (Ersatz) und Rodriguez (verletzt).

Hannover - Hoffenheim 1:0 (1:0)

38'096 Zuschauer. - Tor: 28. Kiyotake 1:0. - Bemerkungen: Hoffenheim mit Schwegler (ab 53.), ohne Schär (Ersatz) und Zuber (verletzt).

Hertha Berlin - Darmstadt 1:2 (1:1)

60'280 Zuschauer. - Tore: 15. Darida 1:0. 25. Gondorf 1:1. 83. Wagner 1:2. - Bemerkungen: Hertha Berlin mit Lustenberger (bis 64.) und Stocker (ab 84.). 88. Gelb-Rote Karte gegen Wagner (Darmstadt).

Schalke - Augsburg 1:1 (0:0)

62'271 Zuschauer. - Tore: 82. Huntelaar 1:0. 90. Baier 1:1. - Bemerkungen: Augsburg mit Hitz, ohne Ajeti (nicht im Aufgebot).

Stuttgart - Mainz 1:3 (1:1)

60'000 Zuschauer. - Tore: 6. Gentner 1:0. 37. Malli 1:1. 53. Cordoba 1:2. 77. Onisiwo 1:3. - Bemerkungen: Mainz mit Frei.

Rangliste: 1. Bayern München 33/85 (77:16). 2. Borussia Dortmund 33/77 (80:32). 3. Bayer Leverkusen 33/57 (53:38). 4. Borussia Mönchengladbach 33/52 (65:50). 5. Mainz 33/49 (46:42). 6. Hertha Berlin 33/49 (42:42). 7. Schalke 04 33/49 (47:48). 8. Wolfsburg 33/42 (44:48). 9. 1. FC Köln 33/42 (36:40). 10. Ingolstadt 33/40 (31:39). 11. Augsburg 33/38 (41:49). 12. Hamburger SV 33/38 (37:45). 13. Darmstadt 33/38 (38:51). 14. Hoffenheim 33/37 (38:50). 15. Eintracht Frankfurt 33/36 (34:51). 16. Werder Bremen 33/35 (49:65). 17. VfB Stuttgart 33/33 (49:72). 18. Hannover 96 33/25 (30:59). (sda)

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