«Fall Breno»: Bayern-Präsident Hoeness poltert gegen die Justiz
Aktualisiert

«Fall Breno»Bayern-Präsident Hoeness poltert gegen die Justiz

Für Uli Hoeness ist es unverständlich, dass «sein» Verteidiger Breno wegen des Verdachts auf Brandstiftung in U-Haft genommen wurde. Er zweifelt an der Verhältnismässigkeit der Massnahme.

Bayern-Präsident Uli Hoeness hält die Untersuchungshaft für Breno für übertrieben.

Bayern-Präsident Uli Hoeness hält die Untersuchungshaft für Breno für übertrieben.

Bayern München empfängt am Dienstag in der Champions League den englischen Co-Leader Manchester City. Es wird nach sechs Siegen in Folge in der Meisterschaft ein Härtetest für den Rekordmeister. Zu reden gibt in München aber vorab der Brand in Verteidiger Brenos Haus.

In München scheint die Sonne, fliesst das Bier am Oktoberfest in rauen Mengen und eilen die Bayern von Sieg zu Sieg. Doch über der Säbener Strasse sind dunkle Wolken aufgezogen. So dunkel, dass Bayerns Präsident Uli Hoeness am Wochenende der Kragen platzte und er ein verbales Gewitter losdonnerte. Es ging und geht um Bayerns Verteidiger Breno, der seit Samstag in Untersuchungshaft sitzt. Gemäss Staatsanwaltschaft steht er im Verdacht, letzte Woche sein Haus selber angezündet zu haben. Hoeness sprach von ungeheuerlichen Vorgängen und mahnte die Justiz ab. «Wenn Breno sich was antut, werden sich diese Leute fragen müssen, ob sie in der Verhältnismässigkeit der Mittel richtig gehandelt haben.»

Unüberlegte Äusserungen

Hoeness ist für seine markigen Sprüche bekannt. Diesmal aber bewegt er sich auf dünnem Eis. Weil der Fussball und das Management, nicht aber der Strafvollzug sein Kerngebiet sind. Sollte Breno als Brandstifter entlarvt werden, hat sich der Bayern-Präsident vorschnell in die Nesseln gesetzt. Denn auch in Deutschland gilt der Leitsatz: «Vor dem Recht sind alle gleich.» Auch die Spieler des FC Bayern.

Brenos Anwalt beantragte am Montag zwar die vorzeitige Entlassung aus der Untersuchungshaft, entkräftete den Verdacht gegen den Brasilianer aber nicht. Den Hausbrand bezeichnete er als «wenn überhaupt ein von Krankheit bestimmtes Geschehen». Breno soll sich wegen privater, finanzieller und gesundheitlicher Probleme bereits vor einiger Zeit in psychiatrische Behandlung begeben haben.

Sportlich scheint die Sonne

Immerhin sportlich trübt nichts die Bayern-Welt. Seit dem 7. August hat der Rekordmeister nur noch gewonnen und in neun Pflichtspielen kein Tor mehr kassiert. Das Selbstvertrauen ist gross. «Barcelona ist ein grosses Team, aber wir nähern uns ihnen an. Wir sind nicht mehr sehr weit weg. Das sind die besten Bayern, die ich kenne», sagte Franck Ribéry im Interview mit dem «Kicker». (si)

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