Der «Diver» vor dem Untergang?: Bayern und Klinsmann mit dem Rücken zur Wand

Aktualisiert

Der «Diver» vor dem Untergang?Bayern und Klinsmann mit dem Rücken zur Wand

Nach der neuerlichen Enttäuschung in der Bundesliga, dem 3:3-Heimremis gegen Marcel Kollers Bochum, muss sich Bayern Münchens Cheftrainer Jürgen Klinsmann gegen die immer lauter werdende Kritik und die ersten "Klinsmann-raus"-Rufe wehren. Derweil lösen sich die Münchner Titelchancen langsam auf.

In sieben Spielen gerade mal 9 Punkte - Seit 42 Jahren ist Bayern nicht mehr schlechter in eine Bundesligasaison gestartet. Die Meisterwahrscheinlichkeit liegt laut Statistik gerade mal noch bei 2 Prozent.

Jürgen Klinsmann, der FC Bayern hat 3:1 gegen den VfL Bochum geführt und dann durch die zwei Gegentore in der Schlussphase nur ein 3:3 erreicht. Wie bewerten Sie das Spiel und die jüngsten Ergebnisse in der Bundesliga?

«Jürgen Klinsmann: «Die Ergebnisse der letzten drei Bundesligaspiele sind aus unserer Sicht definitiv unbefriedigend. Gerade wenn man 3:1 führt und auch genug Chancen hat, noch zwei Tore mehr zu machen, dann gibt man so ein Spiel eigentlich nicht mehr aus der Hand.»

War sich die Mannschaft nach dem 3:1 schon zu sicher?

«Die Sache war schon durch. Vielleicht war sich die Mannschaft ihrer Sache einfach schon zu sicher. Das Ding war eigentlich schon im Kasten. Jeder hat nur noch geschaut, dass wir das vierte Tor machen. Ich hoffe, dass so etwas nicht mehr vorkommt, dass uns das ärgert, ist klar.»

Im Stadion gab es nach dem Spiel Rufe "Klinsmann raus". Wie sehr schmerzen Sie persönlich solche Unmutsäusserungen?

«Das tut natürlich ein bisschen weh. Weil die Ergebnisse in der Bundesliga nicht so sind, wie wir uns das alle erwarten und erhoffen, sind die Reaktionen der Fans aber natürlich auch verständlich.»

Hätten Sie vielleicht auf die Auswechslung von Ze Roberto verzichten sollen? Er hat überragend gespielt, und als er in der 78. Minute vom Feld ging, kippte das Spiel.

«Ich denke, Ze Roberto hat sensationell gespielt. Aber sein Wechsel hat damit nichts zu tun. Ich wollte Tim Borowski noch zum Zug kommen lassen, und taktisch haben wir ja nichts geändert.»

Hoeness kurz angebunden

Während Klinsmann seine erfolglosigkeit schönreden will, stimmte Uli Hoeness auf «Premiere» weniger freundliche Töne an.

Premiere-Journalist: «Haben Sie eine Erklärung dafür, wie sie das 3:1 gegen Bochum noch hergeben konnten?»

Hoeness: «Nein.»

«Können Sie es schon glauben?»

«Nein.»

«Was halten Sie von den Klinsmann-Raus rufen?»

«Habe ich nicht gehört.»

«Die waren aber unüberhörbar.»

«Dann haben Sies gehört. Ich nicht.»

«Was halten Sie von dieser Leisutng?»

«Der eine oder andere Einwechselspieler muss sich schon fragen, ob er das wert ist, was er bekommt.»

«Wie fällt Ihre Bilanz aus für die bisherige Zeit mit Klinsmann?»

«Zur Bilanz sage ich etwas am 30. Juni, dann ist unser Geschäftsjahr zu Ende.»

Hoeness verabschiedete sich knapp und flüchtete in eine journalistenfreie Zone. 2004 wurde Magath nach einem Unentschieden gegen Bochum entlassen. Droht Jürgen Klinsmann ein ähnliches Schicksal?

(si/tog)

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