Bundesliga: Bayern zerzaust Leverkusen - BVB feiert
Aktualisiert

BundesligaBayern zerzaust Leverkusen - BVB feiert

Die Bundesliga scheint nach 30 Runden entschieden. Dortmund vergrösserte den Vorsprung auf Leverkusen dank des 3:0 gegen Freiburg auf acht Punkte. Der Verfolger wurde in München 1:5 deklassiert.

Die Matchwinner: Mario Gomez mit dem Hattrick innert 16 Minuten und Interimstrainer Andries Jonker.

Die Matchwinner: Mario Gomez mit dem Hattrick innert 16 Minuten und Interimstrainer Andries Jonker.

Die Dortmunder Festwochen sind eröffnet. Fünf Punkte fehlen, bis der Titel mathematisch in trockenen Tüchern liegt. Das könnte schon am kommenden Osterwochenende passieren, wenn der BVB beim Tabellenletzten Mönchengladbach antritt und Leverkusen gegen Hoffenheim spielt. Wahrscheinlich ist, dass das nächste Heimspiel in zwei Wochen gegen Nürnberg zur grossen Bühne wird.

Gegen Freiburg war der Leader nie in Gefahr. Früh lenkte der 18-jährige Mario Götze das Pflichtspiel in die gewünschten Bahnen. Die beiden wegweisenden ersten Tore vor der Pause leitete Innenverteidiger Mats Hummels mit lässigen Aussenristpässen im Stile von Franz Beckenbauer ein. Das ist nur ein Bild, aber es dokumentiert, wie sehr die Dortmunder der Konkurrenz in diesem Jahr entrückt sind.

Entfesselte Bayern

Den Steilpass zur Dortmunder (Fast-)Meisterparty lieferte der FC Bayern. Im ersten Spiel nach der Entlassung von Trainer Louis van Gaal spielte der Rekordchampion tatsächlich so, wie es Präsident Uli Hoeness unter der Woche vorausgesagt hatte. Die von 'General' van Gaal verordneten Zwangsjacken waren abgelegt: Nach sieben Minuten führte Bayern 1:0 (Eigentor Simon Rolfes), zur Pause stand es nach dem Hattrick von Mario Gomez 4:0, am Ende war Meisteranwärter Leverkusen bedient und 5:1 besiegt.

Gefeiert wurden in der Allianz Arena am Ende nicht Interimstrainer Andries Jonker, der ehemalige Assistent von Van Gaal, und Mario Gomez, der in 41 Pflichtspielen schon 33 Tore erzielte, sondern Uli Hoeness. Der Präsident hatte die Entlassung van Gaals zur Chefsache erklärt, nun konnte er Applaus ernten. In der Schlussphase skandierten die Zuschauer unaufhörlich Hoeness' Namen. Vergessen war dannzumal, dass gerade in der Fan-Kurve vor dem Spiel auch Kritik zu lesen war. Dort wurde Hoeness mit Shakespeares eitlem und herrschsüchtigem König Lear verglichen.

Die Nebenschauplätze rückten in den Fokus, weil auf dem Rasen nie ein Aufbäumen von Bayer Leverkusen zu erkennen war. Auch von höchster (Fussball-)Stelle prasselte Kritik auf die weiterhin Titellosen herab. Der Schweizer Nationalcoach Ottmar Hitzfeld vermisste bei den Leverkusenern «die richtige Körpersprache» und sagte als Sky-Experte: «Man muss anders auftreten, wenn man Meister werden will.» Und der deutsche Bundestrainer Joachim Löw sprach von einer «unerklärlichen Leistung».

Seit 1989 hat Leverkusen in München nicht mehr gewonnen - so weit entfernt wie diesmal waren sie von einem Sieg in diesen 21 Jahren selten, und auch Trainer Jupp Heynckes bezog in München eine weitere Niederlage. Nie hat er hier als Gegner gewinnen können, weder als Spieler noch als Trainer. Gut für ihn, dass er beim nächsten Auftritt in der Allianz Arena, in der nächsten Saison, auf der Bank von Bayern München sitzt.

Bundesliga, 30. Runde

Borussia Dortmund - Freiburg 3:0 (2:0)

Signal-Iduna-Park. - 80'720 Zuschauer (ausverkauft).

Tore: 23. Götze 1:0. 43. Lewandowski 2:0. 78. Grosskreutz 3:0.

Bayern München - Bayer Leverkusen 5:1 (4:0)

Tore: 7. Rolfes (Eigentor) 1:0. 28. Gomez 2:0. 44. Gomez 3:0. 46. Gomez 4:0. 53. Derdiyok 4:1. 75. Ribéry 5:1.

Bemerkungen: Leverkusen mit Derdiyok, ohne Barnetta.

Die letzten vier Runden in der 1. Bundesliga.

31. Runde, 21. bis 24. April: Eintracht Frankfurt - Bayern München, St. Pauli - Werder Bremen, Borussia Mönchengladbach - Borussia Dortmund, VfB Stuttgart - Hamburger SV, Nürnberg - Mainz, Bayer Leverkusen - Hoffenheim, Wolfsburg - 1. FC Köln, Freiburg - Hannover, Schalke - Kaiserslautern.

32. Runde, 29./30. April: Bayern München - Schalke, 1. FC Köln - Bayer Leverkusen, Hoffenheim - VfB Stuttgart, Werder Bremen - Wolfsburg, Mainz - Eintracht Frankfurt, Hannover - Borussia Mönchengladbach, Hamburger SV - Freiburg, Borussia Dortmund - Nürnberg, Kaiserslautern - St. Pauli.

33. Runde, 7. Mai: St. Pauli - Bayern München, Werder Bremen - Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen - Hamburger SV, Schalke - Mainz, Nürnberg - Hoffenheim, Eintracht Frankfurt - 1. FC Köln, Borussia Mönchengladbach - Freiburg, VfB Stuttgart - Hannover, Wolfsburg - Kaiserslautern.

34. Runde, 14. Mai: 1. FC Köln - Schalke, Kaiserslautern - Werder Bremen, Freiburg - Bayer Leverkusen, Bayern München - VfB Stuttgart, Hoffenheim - Wolfsburg, Borussia Dortmund - Eintracht Frankfurt, Hamburger SV - Borussia Mönchengladbach, Hannover - Nürnberg, Mainz - St. Pauli.

1. Bundesliga

(si)

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