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Aus ProtestBazenheid: Ägypter (19) näht sich den Mund zu

Ein 19-jähriger Ägypter wehrt sich mit drastischen Mitteln gegen die drohende Abschiebung aus der Schweiz.

von
aki
Abanob Amin mit zugenähtem Mund und Kreuz auf dem Oberarm.

Abanob Amin mit zugenähtem Mund und Kreuz auf dem Oberarm.

Abanob Amin lebt mit Vater (50), Mutter (47) und seiner Schwester (22) seit drei Jahren in Bazenheid in der Nähe von Wil. Im Gegensatz zu seinen Landsleuten, die meist muslimischen Glaubens sind, ist er Christ. Auf seinen linken Oberarm hat er sich ein Kreuz mit Flügeln tätowieren lassen. Eine Rückkehr nach Ägypten kommt für den jungen Mann nicht in Frage. «Wenn ich zurück gehe, bekomme ich grosse Schwierigkeiten, weil ich Christ bin», sagt Amin.

Doch die Tage in der Schweiz sind gezählt. Der Familie droht die Abschiebung nach Ägypten. Amin will die bevorstehende Ausweisung jedoch nicht akzeptieren und ist in einen Hungerstreik getreten. Aus Protest hat er sich letzten Mittwoch den Mund zugenäht. «Das Leben, das ich führe, ist nicht lebenswert. Ich darf keine Ausbildung machen, bin hier völlig isoliert.»

Rekurs hängig

Beim St. Galler Ausländeramt gibt man sich wortkarg. «Nach aktuellem Stand ist das Asylgesuch der Familie abgelehnt und ein Rekurs hängig.» Ende März sei ein Beschwerdeverfahren eröffnet worden, um das sich das Bundesamt für Migration und zuständigen Gerichte angenommen haben. So lange ein Verfahren laufe, habe die betroffene Familie mit keiner Ausweisung zu rechnen hiess es weiter. Der junge Ägypter zeigt sich kämpferisch: «Es schmerzt höllisch, aber ich bleibe solange zugenäht, bis die Behörden mit mir reden.»

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