Aktualisiert 05.03.2008 11:48

BCV: Reingewinn sinkt, CEO Alexandre Zeller tritt zurück

Die Banque Cantonale Vaudoise (BCV) hat im vergangenen Geschäftsjahr aufgrund höherer Steueraufwendungen einen tieferen Reingewinn ausgewiesen.

Trotz des Gewinnrückgangs erhalten die Aktionäre eine grosszügige Ausschüttung von insgesamt 400 Mio. Franken. Zudem wird CEO Alexandre Zeller per Ende Juni 2008 zurücktreten.

Der Reingewinn vor Minderheitsanteilen sank um 11% auf 477,3 (VJ 536,1) Mio. Franken. Während die Abschreibungen um 6% auf 85 Mio. Franken zurückgegangen und die Wertberichtigungen mit 10 Mio. Franken stabil geblieben sind, erhöhte sich der Steueraufwand um 75 Mio. auf 99 Mio. Franken.

Der Verlustvortrag im Zusammenhang mit den negativen Ergebnissen der Jahre 2001 und 2002 sei aufgebraucht, schreibt die BCV am Mittwoch in der Mitteilung zum Geschäftsabschluss. Wie in den vorangegangenen Jahren hat die Bank den Abbau und die Verwertung der gefährdeten Kredite weiter vorangetrieben und Rückstellungen aufgelöst. Der ausserordentliche Ertrag erhöhte sich somit um 16% auf 283 Mio. Franken.

Der Bruttogewinn sank um 1% auf 529,0 (536,1) Mio. Franken und der Geschäftsaufwand reduzierte sich auf 558,5 (565,1) Mio. Franken. Daraus errechnet sich eine unveränderte Cost/Income Ratio von 59%. Kostenmindernd wirkten sich in erster Linie die Abtretung der Informatik-Tochter Unicible an IBM aus. Ohne diesen Effekt wäre der Gesamtaufwand um 5% gestiegen, so die Mitteilung.

Insgesamt erwirtschaftete die Bank im vergangenen Jahr Erträge in der Höhe von 1?087,5 (1?101,2) Mio. Franken. Ohne den Unicible-Verkauf wäre der Betriebsertrag um 4% gewachsen. Trotz kompetitiven Marktumfeld steigerte die Gruppe die Zinserträge um 5% auf 505 Mio. Franken. Der Kommissionsertrag wuchs ebenfalls um 5% auf 385 Mio Franken, dagegen sanken die Erträge aus dem Handel mit Wertschriften, Devisen und Derivaten um 22% auf 124 Mio. Franken.

Im Rahmen der neuen Finanzstrategie und der Optimierung der Eigenkapitalbasis verdoppelt die BCV die Dividende und schlägt der Generalversammlung die Rückzahlung von mehr als der Hälfte des Nennwerts der BCV-Aktie vor. So zahlt die Bank via Dividende von 14,00 (7,00) Franken und über die Nennwertrückzahlung von 32,50 Franken insgesamt 46,50 Franken je Aktie an die Aktionäre aus.

Die Bilanzsumme stieg um 7% auf 35,3 Mrd. Franken. Dies sei in erster Linie auf die Zunahme der Kundeneinlagen und die Entwicklung im Kredit- und Handelsgeschäft zurückzuführen, schreibt die BCV. Die verwalteten Vermögen kletterten innert Jahresfrist um 4% auf 84,3 (80,8) Mrd. Franken und der Staatsbank flossen insgesamt Nettoneugelder in Höhe von 2,8 (3,1) Mrd. Franken zu.

Für das laufende Jahr rechnet die BCV mit einem Bruttogewinn in der Grössenordnung von 2007. Der Reingewinn dürfte etwas geringfügiger als im vergangenen Jahr ausfallen. Die Bank sei wieder voll steuerpflichtig und rechet zudem mit deutlich niedrigeren ausserordentlichen Erträgen.

Für die mittelfristige Geschäftsentwicklung hat sich die BCV neue Ziele gesetzt. In den kommenden drei bis fünf Jahren rechnet die Bank mit einer Eigenkapitalrendite von 13 bis 14%. Das Ziel für die Cost-Income-Ratio werde neu auf 57 bis 59% festgelegt.

Anpassungen hat die BCV auch in der Kapitalbewirtschaftung vorgenommen. Die Bank sieht sich komfortabel kapitalisiert und habe das Risikoprofil stark verbessert, heisst es. In Zukunft wird ein Eigenmitteldeckungsgrad von 145% angepeilt. Die Gruppe strebt ein Pay-Out-Ratio von 60 bis 80% an.

Wie am Mittwoch weiter bekannt wurde, wir der Chef der Bank im Sommer zurücktreten. Alexandre Zeller habe nach bald sechs Jahren an der Spitze der BCV-Gruppe beschlossen, neue Wege zu gehen, heisst es in der Medienmitteilung. Der 47-jährige werde die BCV per Ende Juni 2008 verlassen. (scc)

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