Arlesheim BL: Beachvolleyballer erhalten ein Dach über dem Kopf
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Arlesheim BLBeachvolleyballer erhalten ein Dach über dem Kopf

Das Projekt Beachzentrum Arlesheim ist auf der Zielgeraden. Schon diesen Winter können Beachvolleyballer aus der Region drinnen trainieren.

von
lha

Hier fehlen noch 700 Tonnen Sand: In Arlesheim eröffnet im Herbst das Beachzentrum Basel. (Video: 20Minuten/Beachvolley Uptown Basel)

Florian Breer und Yves Haussener sind soeben aus China zurückgekehrt. In Nanjing erreichten sie an der U21-WM den neunten Platz. Beinahe hätte es für mehr gereicht. Im Achtelfinal scheiterten sie knapp an den Spaniern. Die grössten Beachvolleyball-Talente der Region haben aber Grund zum Optimismus. Schon diesen Winter haben sie endlich eine gute Trainingsinfrastruktur vor ihrer Haustür. In Arlesheim wird im Oktober nach den Schulferien das Beachzentrum Basel seinen Betrieb aufnehmen.

Die Indoor-Anlage wird zwei Beachfelder und einen Nachwuchsbereich umfassen. Damit wird in der Region eine grosse Lücke geschlossen. Bislang gab es in Basel ein einziges Indoorfeld, das sich die Sandsportler im Winter teilen mussten. «Der talentierte Nachwuchs der Region kommt so kaum zum trainieren», sagt Esther Keller.

Breite Unterstützung für Beachzentrum

Die enthusiastische Beachvolleyballerin initiierte gemeinsam mit Pascal Oberli, Dorothea Hebeisen und Dani Haussener das Projekt Beachzentrum in Arlesheim. «Wir haben zu diesem Zweck im Dezember den Verein Beachvolley Uptown Basel gegründet. Jetzt sind wir schon über 80 Mitglieder.»

Die Halle im Industrieareal Schoren gehört zum Entwicklungsgebiet der Firma Uptown Basel. Unter der Leitung des Arealentwicklers Hans-Jörg Fankhauser entsteht dort ein Zentrum für Industrie 4.0. Die Bauetappen lassen es aber zu, dass die 11 Meter hohe Halle vorerst erhalten bleibt und dank des Beachsports zur Belebung des Areals beiträgt.

Zwischenzeitlich ist das Vorhaben mit einem Gesamtbudget von 200'000 Franken auch schon fast finanziert. Die Swisslos-Fonds beider Basel sprachen Beiträge, ebenso Stiftungen und nun ist auch das Crowdfunding auf der Zielgeraden. Das Sammelziel von 30'000 Franken beinahe erreicht. Ins Geld gehe vor allem der Sand, erklärt Keller. 700 Tonnen werden benötigt. Hinzu kommen Beleuchtung, sanitäre Anlagen und die Netzanlagen.

Sandsportparadies mit Ablaufdatum

Bereits jetzt sind die Felder für die kommende Wintersaison schon zur Hälfte belegt. Etwa durch Anna Lutz, Timon Gysin und Nathan Broch. Die drei U18-Athleten aus der Region stehen diesen Sommer international im Einsatz. Leistungs- und Nachwuchsportler wie sie können die Felder kostenneutral nutzen. Die Breitensportler bezahlen derweil reguläre Miettarife. Dass auch Amateure hier spielen, ist Keller wichtig. «Der Szene fehlt in der Region ein Treffpunkt. Hier soll auch eine Community für den Beachsport entstehen», sagt sie. So sollen auch regelmässig Turniere veranstaltet werden.

Das Beachzentrum Arlesheim hat allerdings ein Ablaufdatum. «In drei Jahren sitzen wir auf 700 Tonnen Sand», so Keller. Dann wird die Halle dem geplanten Zentrum für Industrie 4.0 weichen müssen. Sie ist aber zuversichtlich, dass bis dahin eine langfristige Lösung gefunden wird. «Wir strecken jetzt schon die Fühler aus.» Jetzt da das Beachzentrum realisiert werden kann, sei es auch einfacher mehr Leute ins Boot zu bekommen.

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