Aktualisiert 14.04.2019 12:23

Hohe Ausfallquote

Beamte waren letztes Jahr 1154 Jahre krank

Die Angestellten des Bundes sind häufiger krank als Arbeiter in anderen Wirtschaftszweigen. Das geht ins Geld.

von
doz
1 / 4
Angestellte des Bundes sind häufig krankt.

Angestellte des Bundes sind häufig krankt.

Maurizio Gambarini
Das Bundesamts für Bauten und Logistik (BBL) verzeichnet sogar durchschnittlich 12,2 Krankheitstagen pro Vollzeitstelle pro Jahr.

Das Bundesamts für Bauten und Logistik (BBL) verzeichnet sogar durchschnittlich 12,2 Krankheitstagen pro Vollzeitstelle pro Jahr.

Keystone/Gaetan Bally
Weniger oft krank sind Angestellte der Bundesämter für Umwelt und Gesundheit. Dort fehlen die Mitarbeiter krankheitsbedingt durchschnittlichen 5,8 bis 6,5 Tagen pro Jahr.

Weniger oft krank sind Angestellte der Bundesämter für Umwelt und Gesundheit. Dort fehlen die Mitarbeiter krankheitsbedingt durchschnittlichen 5,8 bis 6,5 Tagen pro Jahr.

Andreas Gebert

Aus Daten des bundesinternen Absenzensystems geht hervor, dass Angestellte des Bundes in allen 60 ausgewerteten Ämtern im Schnitt pro Jahr 7,2 Tage krank sind. Weit darüber liegt das Bundesamt für Bauten und Logistik. Dort melden sich Mitarbeiter pro Jahr im Durchschnitt 12,2 Tage krank. Viel weniger Ausfälle gibt es bei den Mitarbeitern des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) und der Bundesämter für Umwelt und Gesundheit. Dort wurden vergangenes Jahr im Durchschnitt 5,8 bis 6,5 Krankheitstage gezählt, wie die «Sonntags-Zeitung» schreibt.

Die Zahl der Krankheitstage in der öffentlichen Verwaltung ist verglichen mit anderen Wirtschaftszweigen ein Viertel grösser. Dazu zählt beispielsweise das Gastgewerbe oder das Kredit- und Versicherungsgewerbe.

254 Millionen Franken Kosten

Insgesamt verzeichnet der Bund bei seinen 35'294 Angestellten 254'000 Krankheitstage. Dies summiert sich für das vergangene Jahr auf eine Ausfallquote von 1154 Jahren. Eine Erklärung für die vielen Krankheitstage haben die Ämter oft nicht. Das Logistik-Amt BBL sagt hingegen aus, dass die viele Ausfälle damit zu tun hätten, dass viele ihrer Mitarbeiter im operativen Bereich, also als Lageristen oder Reinigungspersonal arbeiten. Dies seien krankheitsanfälligere Jobs. Die Zollverwaltung verweist auf die Grippewelle. Allerdings erkranken nicht nur Zöllner an der Grippe.

Chris Holzach der Firma Synaps Care, die sich um das Krankheitmanagement von Firmen kümmert, sieht den Grund anderswo. «Wer ernsthaft nach den Ursachen forscht, bekommt die richtigen Antworten», sagt er zur «Sonntags-Zeitung». Oft seien strukturelle Probleme oder Führungsprobleme der Auslöser für eine hohe Ausfallquote der Mitarbeiter.

Viele Krankheitstage gehen ins Geld. Das Eidgenössische Personalamt (EPA) rechnet mit 1000 Franken pro Ausfalltag. Im Jahr 2018 summiert sich dies auf Krankheitskosten im Wert von 254 Millionen Franken. Diese Kosten muss der Bund selbst tragen, da er keine Krankentaggeldversicherung hat.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.