Österreich-Experte erklärt: So tickt der neue FCZ-Coach Franco Foda

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Österreich-Experte erklärt«Beamtenfussball» und Vorbild Frankreich – so tickt der neue FCZ-Coach

Franco Foda ist der neue FCZ-Trainer. Ein österreichischer Journalist erklärt, wie der ehemalige Österreoch-Coach tickt und weshalb er besser als Club-Trainer geeignet ist.

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Trainer Franco Foda will mit dem FCZ ebenfalls Erfolge feiern, wie sein Vorgänger André Breitenreiter. 

Trainer Franco Foda will mit dem FCZ ebenfalls Erfolge feiern, wie sein Vorgänger André Breitenreiter. 

20min/Michael Scherrer
FCZ-Präsident Ancillo Canepa und der 56-jährige Deutsche verstehen sich anscheinend gut. 

FCZ-Präsident Ancillo Canepa und der 56-jährige Deutsche verstehen sich anscheinend gut. 

20min/Michael Scherrer
«Wir haben sehr gut hingeschaut, ob Franco zu uns passt. Und ja, er passt perfekt zum FCZ», sagt Canepa. 

«Wir haben sehr gut hingeschaut, ob Franco zu uns passt. Und ja, er passt perfekt zum FCZ», sagt Canepa. 

20min/Michael Scherrer

Darum gehts

Seit Mittwoch ist es offiziell: Franco Foda ist der neue Trainer des FC Zürich. Den Namen des 56-Jährigen haben die meisten Fussball-Interessierten hierzulande wohl schon mal gehört, dennoch weiss man noch nicht viel über den Deutschen, der bis im Frühjahr die österreichische Nationalmannschaft trainierte.

Wie tickt dieser Mann eigentlich, der das schwere Erbe von Meistertrainer André Breitenreiter antritt und wie erfolgversprechend könnte sein Engagement beim FCZ werden? Wir haben bei unseren Kollegen in Österreich nachgefragt.

«Klar ist: Foda kann Meister», meint Klaus Pfeiffer. Der Ressortleiter Sport von der 20-Minuten-Partnerzeitung «Heute.at» erwähnt, dass Foda mit Sturm Graz einst «die Salzburger Red-Bull-Stars in die Knie zwang», zuletzt aber etwas von seiner kämpferischen und optimistischen Einstellung verloren habe.

«Bei Foda stand Sicherheit im Vordergrund»

Obwohl Foda Österreich als Nationaltrainer an die EM führte und insgesamt den drittbesten Punkteschnitt aller bisherigen «Teamchefs» hatte, gab es bei unserem Nachbarland nicht wenige mürrische Stimmen. «Bei Foda stand das Sicherheitsdenken im Vordergrund», sagt Pfeiffer und fügt an, dass Kritiker und Kritikerinnen das Spiel von Foda als «Beamtenfussball» verspotteten. «Vorgänger Marcel Koller hatte die Messlatte für ein attraktives Spiel mit seinem hohen Pressing hoch gelegt», so Pfeiffer über den Schweizer Vorgänger Fodas beim ÖFB.

Als Nationalcoach sei das Vorbild des neuen FCZ-Trainers Weltmeister Frankreich gewesen, die trotz hoher individueller Klasse kein spielerisches Feuerwerk abbrannten und defensiver spielten, als es die eigenen Qualitäten zugelassen hätten. Die Qualifikation zur WM verpasste Österreich unter Foda, nachdem das entscheidende Playoff-Spiel in Wales verloren ging.

«Bevor ihn der Verband vor die Türe setzte, ging Foda selbst», so Pfeiffer, der die Meinung vertritt, dass Foda mehr Club- als Nationalteam-Trainer sei. «Seine Stärken wie Siegermentalität und Führungsqualitäten kann er im täglichen Kontakt mit den Spielern besser einbringen», so der Journalist.

Foda freut sich auf auf den FCZ

Foda selbst meinte am Mittwoch bei seiner Vorstellung als FCZ-Trainer, dass sein Aufgabengebiet als Club-Coach nun wieder etwas anders ausschaue als zuvor bei der Nationalmannschaft. «Man schaut sich mehr Spiele an. Aber als Nationaltrainer arbeitet man nicht weniger», so der Deutsche und weiter: «Ich freue mich auf die tägliche Arbeit, auf jedes Wochenende ein Spiel, in dem es um was geht.»

Um etwas gehen wird es für den FCZ bereits Mitte Juli, wenn es für den Meister in der Super League und in der Qualifikation zur Champions League gleich voll zur Sache geht. Bleibt für die Zürcher zu hoffen, dass Foda in der Limmatstadt für ähnlich viel Erheiterung sorgen wird wie 1987 in Brasilien. Damals wurde er bei seinem Debüt als Spieler für die deutsche Nationalmannschaft eingewechselt und sorgte für Lacher im Stadion, weil Franco Foda auf Portugiesisch soviel bedeutet wie «kostenloser Geschlechtsverkehr».

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(sih/flo)

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