Bundesamt für Bauten: Beamter belästigt Frau, ihr wird gekündigt
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Bundesamt für BautenBeamter belästigt Frau, ihr wird gekündigt

Ein Kadermann des Bundes machte gegenüber einer Reinigungschefin wiederholt anzügliche Bemerkungen. Als sie sich wehrte, wurde sie entlassen.

von
scl
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Einem Kadermann des Bundesamts für Bauten wird sexuelle Belästigung vorgeworfen.

Einem Kadermann des Bundesamts für Bauten wird sexuelle Belästigung vorgeworfen.

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Er soll gegenüber einer Reinigungschefin, die für die Liegenschaft der eidgenössischen Steuerverwaltung verantwortlich war, wiederholt anzügliche Bemerkungen gemacht haben.

Er soll gegenüber einer Reinigungschefin, die für die Liegenschaft der eidgenössischen Steuerverwaltung verantwortlich war, wiederholt anzügliche Bemerkungen gemacht haben.

Keystone/Lukas Lehmann

«Hallo sexy Frau Violeta» – so und ähnlich begrüsste ein Kadermann des Bundes seine Mitarbeiterin. Er küsste die Reinigungschefin auf die Wange, nannte sie «Schätzeli» und forderte «etwas Süsses, das nichts kostet», wenn sie etwas von ihm brauchte, schreibt die «Schweiz am Wochenende».

Erst nach Monaten wehrte sich Violeta B. gegen ihren Chef beim Bundesamt für Bauten, was eine externe Untersuchung zur Folge hatte. Im Bericht dazu werden die Grenzüberschreitungen dokumentiert. Das Fazit der Untersuchung: Sexuelle Belästigung könne «nicht als erstellt betrachtet werden». Es werde bezweifelt, dass sich Violeta B. tatsächlich belästigt gefühlt habe.

Chef Ernst B. streitet in der Untersuchung die meisten Vorfälle nicht ab. Seine Rechtfertigung: Er habe es nicht so gemeint, es sei nur Spass gewesen und sie habe es doch auch lustig gefunden. Seine Vorgesetzten bezeichnen ihn als lockeren Typen. Auf seiner Stufe vertrage es diese Sprüche, heisst es in der Untersuchung.

Entschädigung für Violeta B.

Der Bericht hatte für Violeta B. Konsequenzen: Sie erhielt die Kündigung. Nach ihrer Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht nimmt dieses in seinem Urteil ungewöhnlich deutlich Stellung zur sexuellen Belästigung. Die Richter äussern «Zweifel an der Objektivität des Untersuchungsberichts» – Ernst B. habe «klare anzügliche Äusserungen» gemacht. Das Gericht zeigt sich «erstaunt», dass die Untersuchung einen sexuellen Bezug verneine.

So kommt das Bundesverwaltungsgericht zum Schluss, es liege kein «sachlich hinreichender Grund» für eine Entlassung vor. Violeta B. erhält deshalb eine Entschädigung von einem halben Jahreslohn.

Das Bundesamt für Bauten wollte zum Fall keine Stellung nehmen, da die Rekursfrist noch nicht abgelaufen sei. Das Urteil kann noch ans Bundesgericht weitergezogen werden.

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