St. Gallen: Beamter verlochte Gelder für Sextoys
Aktualisiert

St. GallenBeamter verlochte Gelder für Sextoys

Ein Mitarbeiter des St. Galler Bildungsdepartements zweigte in seiner Amtszeit rund 1,1 Millionen Franken für private Zwecke ab. Einen Grossteil davon «investierte» er in sein Sexleben.

von
Marlene Kovacs
Ein Mann veruntreute 1,1 Mio. Franken – für Sextoys. Foto: hungerbühler

Ein Mann veruntreute 1,1 Mio. Franken – für Sextoys. Foto: hungerbühler

Über zehn Jahre lang überwies der heute 47-Jährige in seinem Job als Rechnungsführer im Amt für Berufsbildung des Kantons St. Gallen Gelder auf eigens eingerichtete Konten. Insgesamt zweigte er zwischen 1999 und 2009 eine Summe von fast 1,1 Millionen Franken ab.

Gestern musste sich der Mann für seine Taten vor dem St. Galler Kreisgericht verantworten. «Viel Geld gab er dabei für seine ungewöhnlichen sexuellen Präferenzen aus», sagte Staatsanwalt Thomas Hansjakob gegenüber 20 Minuten. Der Angeklagte und seine langjährige Freundin hätten sexuell ein suchtähnliches Verhalten an den Tag gelegt. «Dazu benötigten sie Hilfsmittel. Und solche Sexspielzeuge kosten Geld», so Hansjakob. Zudem habe der Angeklagte regelmässig in Erotikclubs verkehrt. «Wenn man kein Durchschnittskunde ist, lässt man in so einem Etablissement an einem Abend rasch 1000 Franken liegen», erklärt der Staatsanwalt. Der geständige 47-Jährige kassierte gestern wegen gewerbsmässigen Betrugs und Urkundenfälschung im Amt 24 Monate bedingt mit einer Probezeit von zwei Jahren. Zudem wurde er zu 80 Tagen gemeinnütziger Arbeit verurteilt. Die veruntreute Million muss er zurückzahlen.

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