Impf-Zögern von Beatrice Egli löst Diskussion unter Fans aus
Aktualisiert

Nach erneuter Corona-ErkrankungBeatrice Eglis Impf-Zögern löst Diskussion unter Fans aus

Die Schlagersängerin ist bereits zum zweiten Mal an Covid-19 erkrankt. Zwischen den zahlreichen Genesungswünschen wurde unter den Fans nun eine Debatte zur Corona-Impfung ausgelöst.

von
Stephanie Vinzens

Beatrice Egli berichtet ihren Fans von ihrer Covid-19-Erkrankung.

Instagram/beatrice_egli_offiziell

Darum gehts

  • Beatrice Egli ist bereits zum zweiten Mal an Covid-19 erkrankt.

  • Aktuell befindet sich die Schlagersängerin in Quarantäne.

  • Dass sie sich bis vor wenigen Tagen nicht impfen liess, sorgt aktuell für Gesprächsstoff – sowohl unter ihren Fans als auch in der 20-Minuten-Community.

Beatrice Egli befindet sich seit Samstag in Selbstisolation, weil sie sich zum zweiten Mal mit Covid-19 angesteckt hat. Gemäss «Bild» nahm die Schlagersängerin nach ihrer ersten Erkrankung im Frühjahr 2020 an, eine gewisse Immunität zu besitzen. Ihre Angst vor Impfnebenwirkungen habe die 33-Jährige weiter dazu bewegt, sich bis vor wenigen Tagen nicht impfen zu lassen – da war es anscheinend schon zu spät.

Wie reagieren ihre Fans im Netz nun auf die Erkrankung der Schwyzerin? In den Kommentaren unter ihren Posts auf Instagram und Facebook, in denen sie verkündet, dass sie positiv getestet wurde, es ihr aber gut gehe und sie einen milden Verlauf habe, liest man unzählige Genesungswünsche und bestärkende Worte. Doch unter dem Beitrag sind auch kritische Aussagen zu finden.

Fahrlässig und verantwortungslos

So schreibt eine Facebook-Userin: «Jeder weiss doch eigentlich, dass eine Genesung nicht ewig Immunität verschafft.» Dass Egli sich trotz ihres Berufs nicht habe impfen lassen, findet sie «verantwortungslos».

Ein weiterer User sieht es ähnlich: «Es ist mir unverständlich, wie man sich nicht impfen lassen kann, besonders wenn man in allen Fernsehshows auftritt.» Daraufhin erwidert eine Userin: «Da fragt man sich auch, wie viele sie angesteckt hat und ob die dann auch das Glück eines moderaten Krankheitsverlaufs haben.»

In einem anderen Kommentar heisst es: «Du bist kein Vorbild. Musik zu machen ohne Impfung und mit so vielen Leuten Kontakt haben, das geht schon fast unter Fahrlässigkeit. Wenn du Angst vor einer Impfung hast, dann mach auch keine Musik und bleib in deiner Wohnung.»

20-Minuten-Community diskutiert fleissig

Auch unter einem 20-Minuten-Artikel zu Eglis Erkrankung wurde ausgiebig diskutiert. «Soviel zur Durchseuchung. Bringt auch nichts, wenn man es immer wieder bekommt» oder «Verantwortungslos, ungeimpft Konzerte geben zu wollen. Gut ist sie jetzt isoliert und holt die Impfung hoffentlich nach», so zwei der über 570 Kommentare. Auch ein enttäuschter Fan ist darin zu finden: «Da verblasst der Schlagerstern Beatrice Egli für mich. Sie sollte eigentlich ein Vorbild sein, ist jetzt aber eher eine grosse Enttäuschung.»

Die Sängerin wird allerdings auch verteidigt. In einem langen Kommentar steht unter anderem: «Woher nehmen sich Leute einfach das Recht, über andere Menschen zu urteilen? Lasst doch bitte jeden Menschen selber für sich entscheiden, was für sie oder ihn gut ist und hört endlich mit dem Ausüben von Druck aus!» Ausserdem sei «vielen Ungeimpften bewusst, dass die Impfung möglicherweise einen milderen Verlauf bei einer Ansteckung bietet und trotzdem bleibt Fakt, dass dennoch eine Verbreitung des Virus nicht ausgeschlossen ist.»

Sie musste mehrere TV-Auftritte absagen

Egli liess sich bisher regelmässig vor Engagements und Auftritten testen. Da der Druck ihrer Auftraggeberinnen und Auftraggeber gross gewesen sei, liess sie sich laut «Bild» trotz anfänglicher Zweifel vor wenigen Tagen mit der ersten Dosis impfen.

Aufgrund ihrer Erkrankung musste die DSDS-Gewinnerin von 2010 bereits geplante TV-Auftritte absagen. So etwa den RTL-Spendenmarathon am 19. November und das ARD-«Adventsfest der 1000 Lichter» von Florian Silbereisen (40) am 27. November.

Nein, Impfspätfolgen hat es noch nie gegeben

Aus Angst vor möglichen Langzeitfolgen verzichtet ein Teil der Bevölkerung auf die Impfung. Doch die Sorge ist unbegründet. «Was man bei Impfungen unter Langzeitfolgen versteht, sind Nebenwirkungen, die zwar innerhalb von wenigen Wochen nach der Impfung auftreten, die aber so selten sind, dass es manchmal Jahre braucht, bis man sie mit der Impfung in Zusammenhang gebracht hat», sagt Carsten Watzl, Professor für Immunologie am Leibniz Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund und Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie. Dass erst lange nach der Impfung noch Nebenwirkungen auftreten, «das gibt es nicht, hat es noch nie gegeben und wird auch bei der Covid-19-Impfung nicht auftreten».

Der Grund: Anders als Medikamente können sich Impfstoffe nicht über Wochen im Körper anreichern, sondern werden schnell wieder abgebaut. «Danach ist die Immunreaktion abgeschlossen und der Impfstoff ist aus dem Körper verschwunden.» Vor der Zulassung der Impfstoffe haben die Behörden extra mehr als zwei Monate abgewartet, um mögliche Langzeitschäden abzuschätzen. Diese Zeit reicht aus, um etwaige Langzeitfolgen zu erkennen.

Der grosse Vorteil bei den Covid-19-Impfungen ist laut Watzl, «dass wir diesen Impfstoff in kurzer Zeit bei vielen Menschen angewendet haben». Weltweit seien mehr als sechs Milliarden Dosen verabreicht worden. Daher kenne man bereits mögliche seltene Nebenwirkungen wie Sinusvenenthrombosen. «Hätten wir jedes Jahr nur zehn Millionen Impfungen durchgeführt, könnte es sein, dass man diese Nebenwirkungen erst viel später erkannt hätte», so Watzl. «Wenn überhaupt sind die Covid-19-Impfstoffe in Bezug auf Langzeitfolgen (seltene Nebenwirkungen) also bereits besser erforscht als andere Impfungen.» (fee)

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