«Katastrophale Zustände»: Beauty2go muss nach Polizeibesuch schliessen

Aktualisiert

«Katastrophale Zustände»Beauty2go muss nach Polizeibesuch schliessen

Die Berner Schönheitsklinik Beauty2go bekam nach nur einem Monat Betrieb Besuch von der Polizei, nun ist sie zu. Kunden berichten, die Zustände in der Klinik seien eine Katastrophe.

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ct/aha
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Am vergangenen Freitag wurde an der Speichergasse in Bern eine Hausdurchsuchung durchgeführt. Die Schönheitsklinik Beauty2go hatte erst im Oktober eröffnet.

Am vergangenen Freitag wurde an der Speichergasse in Bern eine Hausdurchsuchung durchgeführt. Die Schönheitsklinik Beauty2go hatte erst im Oktober eröffnet.

ct
Auch in der Zürcher Filiale wurde gleichentags eine Durchsuchung durchgeführt, wie die Zürcher Staatsanwaltschaft bestätigt. Auch die Filiale in Zürich ist geschlossen.

Auch in der Zürcher Filiale wurde gleichentags eine Durchsuchung durchgeführt, wie die Zürcher Staatsanwaltschaft bestätigt. Auch die Filiale in Zürich ist geschlossen.

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Die Inhaberin A.L. (30) hält das Ganze für «böse Gerüchte von der Konkurrenz». Hygieneprobleme hätte sie ganz sicher nicht und im Dezember wolle die Klinik wieder eröffnen.

Die Inhaberin A.L. (30) hält das Ganze für «böse Gerüchte von der Konkurrenz». Hygieneprobleme hätte sie ganz sicher nicht und im Dezember wolle die Klinik wieder eröffnen.

20 Minuten

«Am Freitagnachmittag tauchte zuerst ein Kastenwagen und dann ein ziviles Polizeifahrzeug auf», schildert ein Augenzeuge aus der Speichergasse in Bern. «Dann sprangen etwa 15 Polizisten raus und stürmten das Haus.» Die Rede ist von der Speichergasse 37 in Bern, wo die Schönheitsklinik Beauty2go seit einem Monat den Kunden über Mittag rasch die Lippen aufspritzt. Wenig später sei eine Frau in Handschellen abgeführt worden, schildert der Augenzeuge. Seither ist Beauty2go zu, weder wird die Tür geöffnet, noch das Telefon abgenommen.

Die Kantonspolizei Bern und die Staatsanwaltschaft Zürich Sihl bestätigen auf Anfrage den Einsatz in Bern. «Die Kantonspolizei Bern hat in unserem Auftrag eine Hausdurchsuchung durchgeführt», sagt Staatsanwältin Mirjam Weber gegenüber 20 Minuten. Am gleichen Tag habe auch ein Einsatz in der Zürcher Filiale von Beauty2go stattgefunden, auch dort ist die Klinik zu. Da das Strafverfahren noch laufe, könne sie aber keine genaueren Angaben zu den Gründen der Durchsuchungen machen, so Weber weiter. Über die Anhaltung in Bern sei Weber nicht informiert.

Inhaberin streitet alles ab

Derweil wird auf Whatsapp verbreitet, dass die Geschäftsführerin A.L.* vorübergehend in Haft genommen wurde. Diese streitet gegenüber 20 Minuten jedoch alles ab. «Alles halb so wild, wir haben bloss Betriebsferien. Eine Bewilligung von einem Arzt ist noch hängig, und deshalb sind solche Kontrollen normal.»

Was konkret in der Filiale in Bern abgelaufen sei, wisse sie nicht, aber: «Ich frage dort einmal nach.» Sie hält das Ganze für «Böse Gerüchte von der Konkurrenz». Hygieneprobleme hätte sie ganz sicher nicht und im Dezember wolle die Klinik wieder eröffnen.

Kunden äusserst verärgert

Ob allerdings «alles halb so wild» ist, kann anhand der Google-Rezensionen bezweifelt werden. Dort haben einige verärgerte Kunden schwere Vorwürfe erhoben: «Ergebnis war eine Katastrophe», «die Oberlippe war plötzlich asymetrisch», «die Wirkung liess nach zwei Wochen nach» und «es gab Klumpen» steht gleich in mehreren Kommentaren. Zudem sind viele unzufrieden, weil die Räume dunkel und muffig gewesen sein sollen, weil das Personal unfreundlich und inkompetent aufgetreten sei und weil sie sich nicht richtig beraten gefühlt hätten.

Eine Userin schreibt: «Meine Mutter hat nicht einmal eine Zahlungsbestätigung erhalten, das zeigt doch, wie unprofessionell dieser Schuppen ist. Finger weg von diesem Beauty2go.»

Über Mittag rasch die Lippen aufspritzen NEU

Seit einigen Tagen kann man sich auch in Bern spontan Hyaluron unter die Haut spritzen lassen. Die Säure soll Lippen fülliger machen und Falten bekämpfen.

*Name der Redaktion bekann.

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