Profi-Tipps: Beben an den Aktienmärkten – so kannst du jetzt noch Geld verdienen
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Profi-TippsBeben an den Aktienmärkten – so kannst du jetzt noch Geld verdienen

Anleger sind in Panik, bei Aktien und Bitcoins gehts steil abwärts. Doch mit der Vorsorge gibts noch Möglichkeiten. Wer 1000 Franken einzahlt, spart jährlich Hunderte Franken Steuern.

von
Fabian Pöschl
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Die Börsen weltweit sind derzeit im Keller.

Die Börsen weltweit sind derzeit im Keller.

REUTERS
Grossaktionäre wie Elon Musk verloren über Nacht Milliarden.

Grossaktionäre wie Elon Musk verloren über Nacht Milliarden.

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Aufs Konto und für Obligationen gibts schon länger keine Zinsen.

Aufs Konto und für Obligationen gibts schon länger keine Zinsen.

20min/Matthias Spicher

Darum gehts

  • Bei den Aktienmärkten gehts nach unten.

  • Aufs Konto gibts kaum Zinsen.

  • Wer sparen will, sollte sein Geld deshalb in die dritte Säule stecken.

  • Beliebt sind auch Immobilien, doch dafür brauchts das nötige Kapital.

An den Aktienmärkten gehen die Kurse seit Tagen nach unten. Grosse Aktionäre wie Elon Musk verloren über Nacht Milliarden. Anleger sind nervös wegen des Ukraine-Kriegs und der Leitzinserhöhung der US-Notenbank, sagt Karl Flubacher vom VZ Vermögenszentrum zu 20 Minuten.

Doch Sparen ist keine Alternative, weil es aufs Konto kaum Zinsen gibt. «Die Preisteuerung lag im April deutlich über zwei Prozent. Das heisst, ich verliere ständig Kaufkraft auf dem Konto», so Flubacher. Auf dem Konto sollte demnach nur ein ausreichendes Polster etwa für unerwartete Zahnarzt-Rechnungen sein.

Auch andere Anlagen wie Obligationen sind laut Flubacher keine Alternative. Bei dieser Wertanlage, bei der Firmen vom Anleger einen Kredit bekommen, gebe es ebenfalls kaum noch Zinsen. 

Steuern sparen mit Geld anlegen

Der Anlageprofi empfiehlt, das Ersparte in die dritte Säule zu stecken, das man später etwa für den Hauskauf, die Selbständigkeit oder die Pensionierung beziehen kann. Die Einzahlungen sind voll von den Steuern abziehbar. «Wenn ich 1000 Franken einzahle, spare ich je nach finanzieller Situation und Wohnort zwischen 200 bis 400 Franken bei den Steuern», so Flubacher.

Das Geld im dritten Säulenkonto lässt sich zudem vollkommen in Aktien anlegen. Wie hoch der Aktienanteil sein sollte, hänge von der jeweiligen Risikobereitschaft ab und davon, wie lange das Geld angelegt werden kann. Am besten einschätzen könne dies der Bank- oder Vermögensberater, so Flubacher.

Je mehr Zeit, desto besser

Wer sein Geld nicht in die Vorsorge stecken will, soll ebenfalls langfristig in Aktien investieren. Je länger das Geld angelegt werden kann, desto besser die Gewinnaussichten. «Am Aktienmarkt gibt es immer wieder kurzfristige Schwankungen, aber langfristig kann ich diese aussitzen und bin im Plus, wie die Vergangenheit gezeigt hat», so Flubacher.

Wichtig sei eine breite Streuung. «Denn es gibt immer die Möglichkeit, dass es Unternehmen plötzlich nicht mehr gibt», so Flubacher. Er empfiehlt passive Kollektivanlagen wie einen börsengehandelten ETF (siehe Box), um sich breit abzustützen. «Die kosten fast nichts, während Banken für ihre Fonds schnell zwei Prozent verlangen. Bei langjähriger Anlage kann das teuer werden», sagt er.

Das sind ETFs

ETFs (Exchange Traded Funds) sind börsengehandelte Indexfonds, mit denen man in zahlreiche Aktien gleichzeitig investiert. Sie werden nicht aktiv von einem Fondsmanager verwaltet, sondern bilden einen bestimmten Börsenindex ab und sind deswegen günstiger als gemanagte Fonds.

Der Maximalbetrag für die dritte Säule liegt aktuell bei 6883 Franken. Wer noch mehr Geld zum Sparen übrig hat, sollte es laut Flubacher in die Pensionskasse einzahlen und kann es ebenfalls von den Steuern abziehen. «Einzahlungen in die Pensionskasse empfehlen wir aber erst ab 45 Jahren, wenn es auf die Pensionierung zugeht», so Flubacher.

Auf Talfahrt sind nicht nur Aktienmärkte. Auch der Bitcoin verlor von Dienstag auf Mittwoch 2000 Dollar an Wert. Bei Kryptowährungen rät der Experte deshalb, nur einen kleinen Teil des Vermögens einzusetzen. «Die Schwankungen sind immer noch riesig, das muss sich erst etablieren, aber es ist spannend», sagt Flubacher.

Viele legen Geld in Immobilien an

Immobilien sind eine weitere Anlagemöglichkeit. Dafür braucht es laut Flubacher viel Kapital. «Der Immobilienmarkt spinnt derzeit, weil auch die grossen Anleger darauf setzen», so der Experte. Trotzdem kaufen viele auch beim aktuellen Preisniveau, sagt die Immobilienmaklerin Dorothee Grosse von Swiss Life Immopulse, auch viele ihrer Kundinnen und Kunden.

«Es gab eine starke Wertsteigerung bei Immobilien. In den letzten zwei Jahren stieg die Kurve noch einmal deutlich nach oben und die Nachfrage reisst nicht ab», sagt Grosse. Wegen der erwarteten Leitzinserhöhung der Nationalbank könnten die Hypothekarzinsen aber weiter steigen. 

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