Aktualisiert 03.11.2009 16:31

Nach DrogenbeichteBecker: «Warum gibt Agassi das überhaupt zu?»

Ex-Tennis-Profi Boris Becker versteht die Welt nicht mehr. Der Deutsche kann nicht begreifen, dass sein früherer Rivale Andre Agassi in seiner Biografie über Drogen im Tennis spricht. Gewisse Grand-Slam-Siege des Amerikaners stellt Becker daher in Frage.

Tennis-Legende Boris Becker hat kein Verständnis für die Drogenbeichte seines früheren Kollegen Andre Agassi. «Für mich stellt sich die Frage: Warum gibt er das überhaupt zu? Wem bringt das was?», sagte der 41-Jährige dem Online-Portal «Sport Bild». «Er schadet nur dem Tennisport.» Becker kritisierte, dass Agassi trotz positiven Dopingtests keine Konsequenzen zu spüren bekam: «Tennis ist ein olympischer Sport. Da werden sich viele einige Fragen gefallen lassen müssen.» Zudem sei er als Sportler enttäuscht.

Aussagen schaden ganzer Tennisszene

«Dass er eine Biografie schreibt, ist korrekt, über Höhen und Tiefen, über Glück und die Liebe, grosse Schlachten und tiefe Gefühle. Alles okay», sagte Becker der «Bunten». Aber die damit verbundene Selbstvernichtung schade nicht nur Agassis Ruf, sondern der gesamten Tennisbranche. Er bezweifle, «ob Andre richtig beraten war, seine Biografie in dieser Offenheit herauszubringen.» Die Frage, ob Agassi nun noch zum Vorbild tauge, werde ihn in Zukunft noch verfolgen. «Fans und Spieler, denen er Idol war und die ihn verehrt haben, sehen auf einmal ein ziemlich hässliches Bild des Heroes, das er auch noch selbst gezeichnet hat», sagte Becker.

Er wisse nicht, wie man auf Speed überhaupt Tennis spielen könne, sagte der frühere Tennisstar «Sport Bild online». Er selbst habe nie etwas zum Aufputschen genommen. «So was ist im Tennis nicht verbreitet, und da muss ich auch für meine Kollegen, ob das ein Roger Federer oder Rafael Nadal ist, meine Hand ins Feuer legen.» Tennis sei ein koordinativ hoch komplizierter Sport, bei dem es auf Bruchteile von Sekunden ankomme. «Und da gibt es meines Wissens keine Droge, die einen weiterbringt. Und deshalb ist die Veröffentlichung umso schlimmer, denn er schadet damit dem ganzen Tennissport.»

Agassi habe viele Grand Slams gewonnen, einige auch gegen ihn, sagte Becker. «Wenn er die gewonnen hat, weil er auf Speed war, dann ist das einfach unfair und hat im Sport nichts zu suchen.»

(dapd)

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