Schuhe an den Nagel: Beckham beendet seine glanzvolle Karriere

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Schuhe an den NagelBeckham beendet seine glanzvolle Karriere

David Beckham kehrt dem Profi-Fussball den Rücken. Der 38-jährige Glamour-Boy verzichtet bei Paris Saint-Germain auf eine Vertragsverlängerung.

von
heg

David Beckham hat genug. Der 38-jährige ehemalige englische Internationale, der derzeit für den französischen Meister Paris St-Germain spielt, beendet nach dieser Saison seine eindrucksvolle Karriere.

«Ich bin dankbar, dass PSG mir die Chance gegeben hat, aber nun fühle ich, dass die Zeit gekommen ist, meine Karriere zu beenden», liess Beckham in einem Communiqué verlauten. Der 38-Jährige hatte Ende Januar nach dem Ende der Saison in der amerikanischen Major League Soccer nach Paris gewechselt und sich mit PSG frühzeitig den Titel in der Ligue 1 gesichert.

Als erster Engländer überhaupt gewann Beckham damit in vier verschiedenen Ländern den Meistertitel, nachdem er bereits mit Manchester United, Real Madrid und Los Angeles Galaxy zu nationalen Titelehren gekommen war. «Das Spiel zu spielen, das ich liebe, wird nichts jemals vollständig ersetzen können. Trotzdem fühle ich mich, als würde ich in ein neues Abenteuer starten», so der Mittelfeldspieler, der am 26. Mai in Lorient sein letztes Spiel bestreiten wird.

Der in einfachen Verhältnissen in East London aufgewachsene Beckham war mit 16 Jahren zu Manchester United gekommen, wo er 1993 seinen ersten Profivertrag unterzeichnete. Zusammen mit Ryan Giggs, Paul Scholes und den Neville-Brüdern war Beckham Teil der «ManU«-Generation unter Trainer Alex Ferguson, welche in den Neunzigerjahren die Premier League zu dominieren begann.

Insgesamt holte Beckam mit den «Red Devils» sechs Meistertitel und zweimal den FA-Cup. Den grössten Erfolg seiner Karriere feierte der Flanken- und Freistossspezialist 1999, als Manchester United im legendären Champions-League-Final in Barcelona gegen Bayern München dank einem Hitchcock-Finale die Partie mit zwei Toren in den Schlussminuten noch zu wenden vermochte und 2:1 gewann.

2003 folgte der Wechsel zu Real Madrid, wo Beckham zusammen mit Zinédine Zidane, Roberto Carlos, Ronaldo und Luis Figo Teil der «Galácticos» wurde. Den einzigen Meistertitel mit den Königlichen feierte Beckham aber erst kurz vor seinem Abschied 2007. Danach wechselte der Engländer in die USA zu den Los Angeles Galaxy, mit denen er 2011 und 2012 den Titel gewann. 2009 und 2010 bestritt Beckham die Rückrunde in Europa jeweils mit der AC Milan, ein Titel in der Serie A blieb ihm aber verwehrt.

Wenig Erfolg war Beckham mit der englischen Nationalmannschaft beschieden. Im September 1996 debütierte er im Trikot der «Three Lions», für die er insgesamt 115 Länderspiele absolvierte, womit er hinter Torhüter Peter Shilton (125 Länderspiele) die Nummer 2 ist. Als Captain führte Beckham die Nationalmannschaft 59-mal aufs Feld, einen Titel gewann er mit ihr aber nie. An den Weltmeisterschaften 1998 (Achtelfinal), 2002 (Viertelfinal) und 2006 (Achtelfinal) sowie an den Europameisterschaften 2000 (Vorrunde) und 2004 (Viertelfinal) scheiterten die Engländer vorzeitig, die Weltmeisterschaft 2010 verpasste Beckham wegen einer Verletzung an der Achillessehne, für die EM 2008 in der Schweiz und Österreich hatte sich England nicht qualifiziert.

Mit Beckham verlässt Ende Monat der wohl berühmteste Fussballer der letzten zwei Jahrzehnte den grünen Rasen. Der 38-Jährige avancierte neben dem Feld zur Stilikone einer Generation und war als Werbepartner, Model und Botschafter sehr gefragt. «Er war ein aussergewöhnlicher Fussballer und ein brillanter Botschafter seines Landes», sagte der britische Premierminister David Cameron. «Vergessen wir nicht, wie er uns geholfen hat, die Olympischen Spiele 2012 in London zu bekommen.» Auch FIFA-Präsident Sepp Blatter meldete sich via «Twitter» zu Wort: «Es ist das Ende eines Kapitels einer wunderbaren Geschichte.»

Aufgrund seiner Liaison seit Mitte der Neunzigerjahre mit Victoria Adams, der Sängerin der Popband «Spice Girls», stieg Beckham schon früh in die englische High-Society auf. 1999 heiratete das Paar, das zusammen vier Kinder hat.

(heg/si)

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