23.07.2020 13:48

Negativrekord in der MLS

Beckham kam, sah und legte einen historischen Fehlstart hin

David Beckham wollte als Miteigentümer des neu gegründeten amerikanischen Fussballclubs Inter Miami die Liga erobern. Beim Saisonstart holte ihn die Realität ein.

von
Erik Hasselberg

Als Spieler gewann er 1999 mit Manchester United das Triple aus Premier League, FA Cup und Champions League, mit Real Madrid triumphierte er 2007 in der Liga, in der Major League Soccer (MLS) holte er zweimal den Cup: David Beckham, eine Ikone des englischen Fussballs. Und einer der ersten Profis, die nach der Jahrtausendwende von Europa nach Amerika in die MLS wechselten. Bei Los Angeles Galaxy, für die der heute 45-Jährige von 2007 bis 2012 in 124 Spielen 20 Tore und 42 Assists erzielte, wird er heute noch verehrt. Vor dem Vereinsgelände haben sie ihm sogar extra eine Statue errichtet.

Der «Sexiest Man Alive», der den Glamour in Amerikas Fussball brachte, wollte auch als Vereinsbesitzer glänzen. Als Herzensprojekt gründete Beckham den Club Inter Miami, erwarb für kolportierte 25 Millionen Dollar statt wie üblich 150 Millionen eine Lizenz für die Neugründung. Alleinherrscher ist der 45-Jährige aber nicht, beteiligt ist zum Beispiel auch der reichste Mann Japans, Tadashi Yanai. Zusammen haben sie Grosses vor an der Südspitze Floridas, lassen bereits ein neues Stadion, den «Miami Freedom Park» für 25’000 Zuschauer, errichten. Das Dach der Arena soll dabei einer Strandpromenade gleichen: Palmen und eine Cocktailbar sind geplant.

«Geduld ist eine Tugend»

Nur etwas fehlt dem Neo-Clubbesitzer zum Glücklichsein: Erfolg. Nachdem die MLS-Saison aufgrund der Corona-Pandemie erst Anfang Juli mit einem Turnier im WM-Format unter dem Motto «MLS is back» so richtig hat starten können, ist Beckhams Club bereits ausgeschieden. 0:1. 1:2. 1:2. 1:2. 0:1 – fünf Spiele, fünf Niederlagen, lautet die Bilanz für Inter Miami. Mit diesem Fehlstart bewegt sich der Verein in historischen Dimensionen. Noch nie startete ein neues Team mit derart vielen Niederlagen in die amerikanische Liga.

Angesichts dieser Niederlagenserie sah sich der prominente Clubbesitzer zu einer Stellungnahme verpflichtet. Auch «Manchester United, Real Madrid, La Liga und die Premier League» seien ja «nicht an einem Tag gebaut» worden, «Geduld ist eine Tugend», schrieb der 45-Jährige auf Instagram unter ein Bild – kniend, in den weiss-pink-gestreiften Shorts des Teams, den Blick in die Ferne gerichtet. «Mannschaften, Spieler und Clubs brauchen Zeit, um zu gedeihen. Aber wenn sie es dann tun, scheinen all die harten Zeiten weit entfernt.»

Weit entfernt scheint momentan auch der Erfolg des zusammengewürfelten Teams. Aber das kennen sie ja schon in Miami, sind doch die Footballer der Dolphins und die Baseballer der Marlins in den vergangenen Jahren nicht gerade Siegesgaranten gewesen.

Trainer Diego Alonso gibt sich auf alle Fälle kämpferisch: «Es gibt Dinge, die wir verbessern müssen. Wir sind selbstkritisch, und wir müssen mehr tun. Wenn der Weg steinig ist, kommen nur die Harten weiter. Wir haben eine klare Richtung und eine Verpflichtung.» Für Beckham ist diese Richtung klar: nach oben. Schliesslich will er einst einen grossen Führungsspieler in seinen Reihen präsentieren. Gareth Bale, James Rodriguez, Radamel Falcao oder David Silva – sie alle wurden schon mit Inter Miami in Verbindung gebracht. Nur, ob sie sich einem notorisch erfolglosen Club anschliessen würden?

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10 Kommentare
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deki

24.07.2020, 14:18

abwarten und tee trinken. Erwartet ihr schon nach ein paar spielen, dass die alles gewinnen?

cili61

24.07.2020, 08:30

Inter M. st nicht gleich Inter M.

Däni

24.07.2020, 06:54

Gebt ihm noch 2-3 jahre zeit, dann wird man das Resultat sehen.